Ein Anakoluth* ist ein Satz, der tölpelhaft über seine eigenen Füße stolpert, weil ihm beim Fortschreiten ständig etwas zwischen dieselben kommt. Der Text beginnt mit einem Thema, schon aber schießt dem Schreiber der nächste Gedankensplitter durch den Kopf, weshalb er im Reden das Gleis wechselt, bis weder Anfang noch Mittelteil darauf hindeuten, wie dieses Satzgeröll einmal enden könnte. Irgendwann, wenn er sich ausgiebig ausgeschäumt hat, setzt der erschöpfte Schreiber einfach einen Punkt.

In der Literatur ist der Anakoluth oder ‚Satzbruch‘ ein probates Mittel, will man bspw. einen Menschen darstellen, der von seinen Gefühlen so übermannt wird, dass alles nur noch in Brocken seinem Mund entquillt. Der Anakoluth deutet dann auf seinen Seelenzustand hin. In der Realität wiederum treffen wir das Phänomen am häufigsten bei Mitgliedern der ‚Familie Schwurbel‘ an, bei jenen Leuten also, die intellektuell gar keinen klaren Gedanken fassen können und deshalb ständig hormonales Konfetti daherreden – wie z.B. jener hier:

„Tsipras und seine kommunistische Bande hat jedes mit tausenden kleinen Streiks die das Land lahm legten und mit mindestens 1 Generalstreiks pro Jahr…und zwar VOR 2008 ,rückgratlose Politiker in Griechenland erpresst dem korrupten Beamtenapparat und Arbeitern der verfaulten Staatsbetriebe exorbitante Löhne zu zahlen die nur durch Kredite zu bezahlen waren.“

* Manche sagen nicht ‚der‘ sondern ‚das‘ Anakoluth‘.