Stilstand

If your memory serves you well ...

Denkfutter

Die Philosophie ist der systematische Mißbrauch einer zu diesem Zweck eigens erfundenen Terminologie.“

apokryph (zweifelhaft)

Wer das Recherche-Tool Google mal richtig quälen will, der sollte versuchen, den Autor dieses schönen Satzes mit ergurgelter Hilfe herauszufinden …

5 Kommentare

  1. Ich finde bei Google nur einen einzigen Treffer, dort wird der Satz einer anonymen Quelle „aus dem vorherigen Jahrhundert“ zugesprochen.

    Übrigens über die ach so böse Buchsuche von Google. Im Buch „Mensch und Wort“, Herausgegeben von Adolf Portmann und Rudolf Ritsema (1973), Seite 178.

  2. Gätschenberger, Richard
    Zeichen, die Fundamente des Wissens.
    Eine Absage an die Philosophie. 1932

    621 Treffer, das war der erste.

  3. @ Mike: Nee – das kann nicht sein, der Satz muss älter sein: Weil Tucholsky ihn schon im ersten Weltkrieg zitiert, in einem Brief an den Blaich (Dr. Owlglass) vom ‚Simplicissimus‘. Der Tucholsky sagt dort aber auch, er wüsste selbst nicht woher. Ich tippe – wegen des Inhalts – auf jemanden aus einer philosophieverachtenden Zeit, also ’nachhegelianisch‘, so ab 1850 bis 1880/90 als niemand den Sermon der Hegeljünger vom Ansichsein und Fürsichsein mehr ertragen konnte. Aber wie gesagt, das sind alles auch nur Indizien. Vorher, also bspw. in der Aufklärung, hätte wiederum trotz der Inthronisation des gesunden Menschenverstandes noch niemand von ‚Terminologie‘ gesprochen …

  4. Wolfgang Hömig-Groß

    28. November 2008 at 21:35

    Glückwunsch, bei mir war der erste Treffer der Stilstand. Der Rest war mir zu anstrengend, aber der Satz ist Klasse. Erinnert mich irgendwie an „EDV löst Probleme, die man ohne sie nicht hätte“.

  5. @ „EDV löst Probleme…“: das hab ich so ähnlich auch mal zur Psychoanalyse gehört; oder gar eines von Murphys Gesetzen: Die Hauptursache von Problemen sind Lösungen.

    Ich gelangte zuerst zu Heines Schrift „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland.“ von 1834. Den Begriff „Terminologie“ verwendet er darin zwar schon, sonst aber hauptsächlich noch feine Ironie für die kauzigen „Grillen“ der Denker seiner Zeit.
    Etwas anders besetzt listet Google die Vereinsseiten der Sprachkritiker von der Mauthner-Gesellschaft. Ein wenig darin gelesen und geklickt fand sich immerhin eine dem obigen Satz ähnliche Aussage von Schopenhauer; ansonsten sehr viel Text zur Sprachkritik, bei dem offensichtlich selbst seiten-intern nur in den Überschriften das Recherche-Toll funktioniert 🙁

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