Stilstand

If your memory serves you well ...

Damals fing es an

Die Frage der Datierung von kulturhistorischen Entwicklungen ist nie einfach zu beantworten, auch nicht diejenige nach dem Beginn des zunehmend selbstähnlicheren Mainstream-Journalismus. In den 80er Jahren schrieb Richard Kähler für die ‚Titanic‚ eine Rubrik, die sich ‚Teddy’s Trends‚ nannte. Im Mai-Heft des Jahres 1986 fand ich dort den folgenden Absatz, der belegt, dass irgendwann in dieser Zeit, als die lächerlichen Karottenhosen für Männer aufkamen und die Kargmöblierung in alle Wohnungen Einzug hielt, mitten im dicksten Kohl also, die mediale Einheitssoßisierung passiert sein muss:

„Immer mehr lauthals verschworene Springer-Gegner und gestenreich erklärte Arbeitsverweigerer (»Für Springer? Ich? – Nie!«) nisten sich jetzt im Zuge der Journalisten-Rundumwanderung beim Erbfeind von 1968 ein – wenn nur die Taler stimmen. Und immer mehr junge Nachwuchstalente verstehen überhaupt gar nicht (Gnade der späten Geburt!), warum sie es bei der Springer-Presse eigentlich schlimmer finden sollen als bei Bauer, Burda oder Gruner & Jahr. Auch denen muß ich – verdammich – recht geben: Nicht nur Autos und Ansichten, auch die Medien werden sich halt immer ähnlicher – vielleicht brauchen wir mal wieder einen Kaiser? …

1 Kommentar

  1. Kaiser? Kein Problem.
    Roland ist immer dafür zu haben, wenn das Niveau singt.

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