Stilstand

If your memory serves you well ...

Kategorie: Gedankenkrätze (Seite 1 von 51)

Davon spricht man nicht …

Heinrich Zille: In der Kneipe

 

Im ‚Korken‘ traf sich alles, was dem Zeitgeist auf die Rücklichter blickte. Am Tresen lebte hier noch der Parka fort – samstags eine ausgebleichte grüne Wand, von ein wenig abgeschabtem Leder durchbrochen. Das immer dann, wenn Ernst oder Otto ihre gewohnten Runde durchs Quartier machten. Bei einigen wuchsen die Haare noch frei, wie zu Jerry Garcias Zeiten. Nur eben in sanften Grautönen. In der Music-Box gab‘s Free, Cream und sogar Rare Earth zur Auswahl. Am Tresen, wo Uschi wirkte, flossen Jever und auch Flens zischend aus den Hähnen.

In dieser Nacht hatte meinen Freund Ernst und mich ein mäandernder Gesprächsfaden zum Thema Porno-Seiten geführt:

„Ja, wer denn nicht?“, sagte Ernst und tippte mir mit dem Finger aufs T-Shirt: „Auf Purporn bin ich regelmäßig zu finden. Da bin ich wenigstens nicht allein. Die meisten Deutschen klicken regelmäßig auf Fickfilmchen, das ist der Treibstoff im Internet. Nichts wird so oft aufgerufen, wie Pornoseiten.“

„Ach wat?“ Ich tat verwundert, obwohl auch ich davon schon gelesen hatte. Uschi brachte derweil zwei neue Biere an unseren wackeligen Tisch, mit steifer Krone, wie es sich gehörte: „Für euch, ihr beiden Sex-Solisten!“

Ernst wischte sich den Schaum aus dem Bart: „Jetzt willst du wissen, was ich denn dort treibe? Das ist bei allen die Killerfrage, dabei ist es doch sonnenklar: Dort gibt es das, was alle anderen gleichfalls anzieht. Da geht‘s um Stimulation und Masturbation. Das Rubbeln ist der Sinn und Zweck solcher Veranstaltungen. Purporn bietet also Wichsvorlagen – für Männlein wie für Weiblein“.

„Eigentlich trostlos, oder?“

„Ach wat! Ich unterscheide mich von der Masse bloß, weil ich drüber rede. Die meisten bekommen einen roten Kopf und behaupten, sie wüssten gar nicht, dass es – igittegitt! – solchen ‚Schweinkram‘ überhaupt gibt. Wer’s glaubt … die Klickzahlen sprechen jedenfalls eine andere Sprache. Halb Deutschland rubbelt regelmäßig.“

Ernst klopfte sich eine Roth-Händle aus der Schachtel: „Ich weiß, ich weiß ja, ihr altlinken Studierten habt immer was am Freizeitverhalten der Masse zu kritteln! Schon bohrt sich euer erigierter Kritikerfinger ins Bordellrote: Das sei übelste Entfremdung, ihrer Sexualität müssten sich die Menschen im wahren Leben stellen, dort – in der Realität – müssten sie um einen Partner buhlen und ihn ins Bettchen locken. Was meinst du eigentlich, was Uschi mir bei einem solchen Versuch erzählen würde?“

Ich schaute zum Tresen hinüber: „Vermutlich bekämst du Hausverbot“.

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Volk und Volksbegriff

Wenn Rechte vom ‚Volk‘ träumen / Bild: Bundesarchiv, Public Domain

Die scheinbar einfachen Fragen sind oft die schwersten – vor allem, wo in Zeiten von Pegida und AfD der Begriff ‚Volk‘ und seine Zusammensetzungen eine Renaissance erleben. Wer also ist das Volk?

Na ich“, sagt da der Kalle Krawunkel, „ich bin das Volk, oder zumindest ein Teil davon“. Zum Volk zählt er spontan jede und jeden, der in Deutschland geboren wurde. Schon aber beginnt das Dilemma: Müssen die Eltern dann auch ‚deutsch‘ gewesen sein? An diesem Punkt wird die Argumentationsebene schlüpfrig, zum Teil da schon fast ‚völkisch‘.

Im Sprachvergleich zeigt sich, dass es sich beim Wort ‚Volk‘ um eine deutsche Besonderheit handelt. Im Englischen wird ein ähnliches Wort allenfalls gleichbedeutend mit ‚Leute‘ verwendet: „A lot of folks came to the festival, listening to the folk-music.“ Das Staatsrecht dort bezieht sich auf ein „We the people“, aber nicht auf ein ‚folk‘. Im Französischen regiert ‚le peuple‘. In beiden Fällen wären dies schlicht ‚die Leute‘, also jene Menschen, die man so auf der Straße trifft. Im Deutschen gibt es die Bedeutung im Sinne von ‚die Menschenmenge‘ oder ‚die einfachen Leute‘ kaum noch, allenfalls in fast schon altertümelnden Redewendungen: „Viel Volk strömte frohgestimmt zum Zirkuszelt.“

Das deutsche Wort ‚Volk‘ aber, politisch immer in der Einzahl gebraucht, suggeriert hingegen, dass es keine solche Buntheit und Vielheit, sondern dass es ein homogenes Gebilde mit einem einheitlichen Willen gäbe, verbunden durch Blut und Sitte, was zugleich auch der heimliche oder offene Souverän sei. Um zu erkennen, wie pathosbeladen und blutfixiert das deutsche Wort ‚Volk‘ ist, genügt es sich vorzustellen, dass über dem Reichstag schlicht „Den deutschen Leuten“ stünde.

Dazu ist, von der Wortbedeutung her, der Begriff ‚Volk‘ im Kern paradoxerweise wenig ‚souverän‘. Das Wort leitet sich von ‚Gefolge‘ ab, es geht um jene Schar, die einem anderen ‚folgt‘, ‚volkt‘ oder ‚hinterherwackelt‘. Eine ‚Heerschar‘ ist es folglich eher als eine ‚Herrschaft‘.

Historisch gesehen entstand der romantische Mythos vom ‚Volk‘ im Umfeld der gescheiterten deutschen Nationsbildung. Wenn man schon keine toitsche Nation schaffen konnte, so wusste man doch allemal ein imaginiertes ‚Volk‘ hinter sich. Daraus kochte man sich dann seinen ideologischen Ersatzkaffee. Um die Stirn dieses imaginierten Volkes waberte prompt im Laufe der Jahre immer dichterer Mythenqualm, je mehr der Begriff von den Liberalen über die Nationalliberalen bis hin zu den Erzkonservativen eine kurrente Münze wurde.

Alles kulminierte dann im Nationalsozialismus. Die Zahl der Wörter mit der Wortwurzel ‚Volk-‘ wuchs ins Unermessliche – vom Volkstum‘ über den ‚Volksempfänger‘ und ‚Volkskörper‘ bis hin zum ‚gesunden Volksempfinden‘. Denn ‚gesund‘ war das Volk allemal, im Gegensatz zu allem Fremden und Kranken. Letztlich aber blieb das ‚Volk‘ immer nur der Alibi-Begriff für eine Diktatur, wo ein ‚Führer‘ dann den ‚wahren Volkswillen‘ exekutieren durfte, weil er allein die Quintessenz des völkischen Gedankens war. Dieser ‚Volkswille‘, den er ebenso egomanisch wie messianisch verkündete, war allemal nur der seine, für den er dann bloße Akklamation verlangte.

Genau darin liegt auch die Gefahr der Renaissance dieses Volksbegriffs bei Pegida und AfD. Denn das ‚Volk‘ existiert gar nicht. Es gibt nur Millionen von Menschen mit deutschem Pass, die ganz unterschiedliche Ansichten von dieser Welt haben. Und das ist auch gut so, liebe ‚Leute‘ …

Migranten und Kriminalität

Draft Riots in New York

Dass jede Migrationswelle zu Unruhen unter den etablierteren Gruppen führt, ist bekannt. Ein schönes Beispiel bilden die USA. Als die Iren nach der großen Hungersnot auf der grünen Insel zu Hunderttausenden nach Ellis Island strömten, sorgte dies für Krawalle unter den bereits Eingewanderten. Nicht nur die WASP’s wandten sich gegen die Hungerleider, sondern auch die immigrierten Deutschen, die zuvor noch am Ende der Nahrungskette saßen. Der Katholizismus der Iren wurde dort einst so verteufelt wie heutzutage der Islam. Noch die Wahl Kennedys war für viele Alteingessene ein Skandal.

Als dann der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach, führten zunächst vor allem die Iren einen erbitterten Kampf gegen die ‚Nigger‘, die nach einer Sklavenbefreiung ihnen die Arbeitsplätze streitig machen könnten. Der Vorletzte beißt immer den Letzten. Es kam zu tagelangen Straßenschlachten in den Straßen amerikanischer Großstädte, den sogenannten ‚Draft Riots‘.

Jede ‚Migrantenwelle‘ findet sich also zunächst ganz am gesellschaftlichen Ende in der neuen Heimat wieder – und das heißt auch ‚im kriminellen Milieu‘: Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution, Glücksspiel – das alles sind die gegebenen ‚Geschäftsfelder‘ der jeweils letzten Migrationswelle. Die Iren bauten zunächst die amerikanische Unterwelt auf, dann wurden sie von den eingewanderten Ostjuden verdrängt, bevor die Italiener das Bizziniss übernahmen, die dann ihr Geschäft weitgehend an die Schwarzen verloren, bevor heute die ‚Latinos‘ übernahmen. Es ist alles ebenso banal, wie vorhersagbar.

Auch bei uns lassen sich solche Wellen verfolgen, auch wenn sich alles natürlich ein wenig vermischt: Auf die Italiener der Bella-Italia-Jahre folgten die Türken, dann die Albaner, die Kurden und Palästinenser, heute kämpfen Libanesen und Nordafrikaner um den Markt. Im Hintergrund solcher Geschäftsübernahmen stehen aber immer die ‚Fluchtgründe‘, also Hunger, Kriege und Gewalt – von der Korruption in Italien über die Militärherrschaft in der Türkei bis hin zu den Jugoslawien-Kriegen und Assads Bombenterror in Aleppo. Die Kriminalität wiederum gibt es, weil es einen Markt dafür gibt. Vor allem unter den ‚Alteingesessenen‘ …

Himmel und Hölle

Friedrich Overbeck, 1829

Allen Religionen gemeinsam ist ein Jenseits-Versprechen. Gut, im Buddhismus ist es eher die Jenseits-Drohung mit dem unausweichlich Immergleichen, bis irgendwann einmal die Kette ewiger Wiedergeburt durchbrochen wird. Klar ist jedenfalls, dass der Tod nicht das Ende darstellen soll. Es gibt dank der Religion für alle wahrhaft Gläubigen gar kein existenzialistisches Geworfensein mehr: „Ich kam auf die Welt, und wollte das nicht, und ich werde einst sterben, und das will ich dann auch nicht.“ Die Religion spendet ihnen Trost, allerdings mit ungedeckten Schecks.

Himmel und Hölle – samt allen Jenseitslohns und aller Jüngsten Gerichte – haben ihren Ursprung folglich an diesem ‚Ultima Thule‘ der Existenz. Wenn die Maden längst an unseren Knochen nagen, glauben existentiell Verunsicherte ernsthaft, käme irgendwann ein göttlicher Richter daher und urteilte über unseren Lebenswandel. Die Schlechten kämen dann ’nach unten‘, und die Guten ’nach oben‘. Denn Himmel und Hölle sind vektoriell stets eindeutig verortet. Bei den Griechen waren beide sogar noch zugänglich: Man musste den Styx hinabrudern, um in den Hades zu kommen. Oder man kraxelte die steilen Hänge des Olymp hinauf, um von den Brotkrumen des Göttermahls zu naschen.

Blöd ist immer die Sache mit der Wissenschaft. Wir wissen heute mit Sicherheit, dass wir auf der dünnen Kruste eines glühenden, ziellos durchs All rotierenden Planeten leben. Einige Flat-Earther mögen das noch anders sehen. Dort unten, unter unseren Füßen, ist nur geschmolzenes Gestein, und bohrten wir noch weiter, kämen wir in Australien wieder heraus, aber nun mal nicht in der Hölle. Auch ’nach oben‘ gibt es bloß eine Lufthülle von einigen Kilometern Dicke, danach kommt dann die lebensfeindliche große Luftleere, auf Millionen Lichtjahre hinaus.

Mit solchen Ergebnissen der empirischen Wissenschaft stehen daher alle Religionen samt ihren Märlein auf Kriegsfuß. Bei ihnen sitzen – gegen alle Evidenz – die Erlösten harfeschlagend auf kleinen Wölkchen und schauen den himmlischen Heerscharen bei ihren Freizeitvergnügungen zu. Oder sie erzählen, wie ein Prophet einst siegreich auf einem weißen Schimmel himmelwärts geritten sei, obwohl sein Zossen doch nach kurzer Zeit in der Leere des Weltalls Schnappatmung bekommen hätte. Auch die Wahrsagerin aus der Esoterik-Szene beschwört bauchrednerisch die Stimmen familiärer Ahnen ‚aus dem Totenreich‘ herauf, um zu klären, wie das mit Onkel Willis Testament damals war.

Kurzum: Aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel betrachtet, sind alle Religionen nichts als Schmu. Genau deshalb bin ich areligiös, und nicht deshalb, weil ich dem Heinrich Himmler oder dem Mobutu keine Höllenstrafe gönnen würde, sondern weil Himmel und Hölle – nach allem, was wir wissen können – einfach nicht existieren. Und auch das Jüngste Gericht ist letztlich nur das älteste Gerücht …

Die Hölle / John Martin, 1841

Grenzen

PaulSeveral, CCL

Manchmal werfen einen die Kinderfragen aus der Bahn. So ging es mir mit der Frage: „Woher kommen eigentlich Grenzen?“. Nach ein wenig Räuspern und Stottern erzählte ich dann, dass der Ötzi sicherlich noch keinen Pass vorzeigen musste, als er über die Alpen migrierte. Bei uns an der Aller war das sehr viel später ein Lehensherr, der eine Burg am Ufer baute und eine Kette über die Aller spannte. Aber nicht, um Zuwanderer fern zu halten, sondern um Kaufleute abzukassieren. Bei Grenzen ging (und geht) es immer nur ums schnöde Geld, das zu jener Zeit dann auch nicht einem Staat zugute kam, sondern die Privatschatulle dieses Duodez-Fürsten füllte. Dementsprechend fahndete man damals auch nicht nach Migranten, sondern vor allem nach ‚Contrebande‘ und Schmugglern.

Richtig in Schwung kam die Sache dann mit der französischen Revolution und dem aufkommenden Nationalgedanken. Was vorher wie auf einem Basar in Mitgifts- oder Erbfällen wild verschoben wurde – ganze Grafschaften und Ländereien samt Untertanen – das sollte auf einmal das ‚unveräußerliche Eigentum‘ eines Staates bilden. Dieser ‚Staat‘ war übrigens ein Ungetüm, das damals ganz neu die welthistorische Bühne betrat.

Verschiebungen von Grenzen gab es natürlich weiterhin: Nördlich unserer Allerbrücke begann unter Napoleon – vor allem wegen der Kontinentalsperre – gleich schon die ‚République Francaise‘; südlich davon lebten wir im ‚Königreich Westfalen‘. Der Schmuggel blühte prompt wie nie zuvor. Nach dem Sturz des Imperators entstand dann ganz neu das ‚Königreich Hannover‘, dem wir ungefragt zugeschlagen wurden, ohne dass sich im Alltag viel änderte. Der Steuereintreiber war jetzt ein welfischer Landrat. Ab 1866 kam der dann zur Abwechslung aus Preußen.

Anderswo lief es ähnlich: Als Katharina jene südlichen Regionen einschließlich der Krim eroberte, die Putin heute ‚heiliges Russland‘ nennt, da musste sie nur landlose Nomaden verscheuchen. Diese Indianer des Ostens erwiesen sich allerdings als ziemlich zäh. Danach musste diese Steppe natürlich ‚peupliert‘ werden, denn ein Staat ohne steuerpflichtige Untertanen ist fiskalisch ein Dreck. So setzten sich aus dichter besiedelten Gegenden die Migrantenströme in Bewegung: Wolgarepublik, Banatschwaben, Siebenbürgen – dies alles waren im Kern Zuwandererregionen. Der größte Migrantenstaat von allen wurde ‚god’s own land‘, gemeint sind die USA.

Als die ’new territories‘ dann auf Landkarten festgepinselt wurden, konnten Grenzverschiebungen nur noch durch Kriege ermöglicht werden. Der Sieger riss sich – ‚Remember the Alamo‘ – die gewünschten Filetstücke heraus. Mit ‚Nationalitäten‘ aber haben unsere Grenzen nur höchst selten etwas zu tun.

So ging es im Nahen Osten vor allem um die Ölreserven. Mit dem Sykes-Picot-Abkommen zogen die Engländer und Franzosen einfach einen Strich durch die Wüste, den sie Grenze nannten, ganz unabhängig vom Zugehörigkeitsgefühl der Bewohner. So kam es, dass bspw. im Irak Schiiten, Sunniten und Kurden in einem Kunstgebilde zusammengepfercht wurden, das unaufhörlich kulturelle Konflikte produziert. Es sind die Grenzen, welche die meisten Probleme schaffen. Religion oder Nationalismus sind nur die Pappkameraden, die Ansprüche aufs Land beglaubigen sollen.

So, mein Kind, ich hoffe, ich konnte dir deine Frage einigermaßen beantworten.

Die Weihnachtsgeschichte (germanisiert nach Höcke)

  1. Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Häuptling Gernot ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

  2. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Rockefeller Besatzer in Germanien war.

  3. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher hin zu seinem Ort.

  4. Da machte sich auf auch Wilfried aus Sachsen-Anhalt, aus dem Weiler Magdeburg, in das besetzte Land zur Stadt Nixons, die da heißt Hammaburg, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Odins war.

  5. Auf dass er sich schätzen ließe mit Gerlinde, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.

  6. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit. dass sie gebären sollte.

  7. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Binsen und legte ihn auf ein Bärenfell, denn sie hatten sonst keinen Raum, weil überall Asylanten und ‚Necha‘ hausten.

  8. Es waren auch erlebnisorientierte Männer in derselben Gegend an einer Trinkhalle, die hüteten des Nachts ihren Alkoholpegel.

  9. Und siehe da, Odins Walküre trat zu ihnen, und die Klarheit des Köms leuchtete um sie, und sie bekleckerten sich sehr.

  10. Und die Walküre sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allen Toitschen widerfahren wird.

  11. Denn euch ist heute ‚dä Föhra‘ geboren, welcher heißt Bernd, unser Herr, hier mitten in der Stadt der Yankees.

  12. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Binsen gewickelt und auf einem Felle liegend.

  13. Und alsbald war da bei der Walküre die Menge der Pegida-Heerscharen, die lobten Odin und brüllten:

  14. Blut und Ehre sei dem Herrn in der Höhe und Friede in Germanien und allen Toitschen ein Wohlgefallen. ( … das mit dem Beschnittenwerden lassen wir jetzt mal aus … )

  15. Und da ‚dä Föhra‘ geboren war zu Hammaburg im germanischen Lande, da kamen auch drei Weise aus dem Abendland.

  16. Sie hießen Björn, Jörg und André und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Gerlinde. Sie fielen nieder, und beteten es an, und taten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Bier, Speck und Mettwurst. (…)

Geschmacklos? Klar – aber wie die AfD über Flüchtlinge herziehen, zugleich Weihnachtsbräuche als abendländisch verteidigen, und dabei ganz übersehen, dass auch der Jude Jesus aus jenem Land stammt, wo heute die Flüchtlinge herkommen – das war eben mehr, als ich ertragen konnte.

Im Rückblick

Luther mit des Teufels Dudelsack, 1535, Eduard Schoen

Luther als des Teufels Dudelsack, 1535, Eduard Schoen

Fast schon prophetisch erscheinen mir einige Passagen, die ich über Luthers ‚erste Medienrevolution‘ im Jahr 2010 für das Gottlieb-Duttweiler-Institut schrieb:

„Der große Alphabetisierungsschub der ersten Medienreformation setzt sich in einer zweiten Welle also fort. Vor allem aber fließen die Kanäle des Informationsgeschehens nicht länger ausschließlich in eine Richtung – hinab von den massenmedialen Höhen hin zu einer aufklärungsbedürftigen Menge dort unten in den Niederungen des Alltags. Die Umkehr der Fließrichtung ist vermutlich soziologisch das bedeutsamste Ereignis der zweiten Medienreformation, sie ist in ihren Folgen noch gar nicht abzusehen. Das alte Habermas’sche Modell bebt jedenfalls in allen Fundamenten, jene Welt, wo aufgeklärte Mandarine mittels eines elitären Diskurses vermittelt über die Massenmedien eine „formierte Gesellschaft“ erzeugen. Hier ist längst eine große Meuterei ausgebrochen: Die Mannschaft drängt mit Macht auf die Brücke.

Da liegt auch die Chance – oder die Gefahr – der neuen digitalen Medienreformation: Fänden die zwei Katalysatoren je zusammen, ein neuer gesellschaftspolitischer Bedarf und eine innovative Technik in der Hand von Laien, dann stünde uns vielleicht eine erneute Reformation ins Haus.

Denn im Netz türmt sich inzwischen meterhoch der Zunder, vom Demokratiedefizit im Parteienstaat über die fehlende Sensibilität für die Datenfreiheit bis hin zum überhandnehmenden Lobbyismus auf allen Altkanälen – nur die zündende Flamme fehlt bisher, ein Ereignis, eine Idee oder eine Person, die den Funken schlägt. Wenn es jemals dazu käme, würde die Bewegung wohl absehbarerweise ‚kulturkonservativ‘ sein, so wie einst die Reformatoren – sie würde die ‚alten Rechte‘ der Demokratie einklagen, um unwillentlich auf diesem Weg etwas ganz Neues zu schaffen.“

Dass ein Reality-Show-Tycoon mit einer Goldhamster-Frisur dabei herauskäme, habe ich damals allerdings noch nicht gedacht …

Oh Gott, Kant!

In seiner ‚Kritik der reinen Vernunft‘ wies Immanuel Kant nach, dass die Existenz Gottes auf keine Weise denkbar sei. In seiner ‚Kritik der praktischen Vernunft‘ kam er zu der Einsicht, dass es nützlich sei, dieser unwiderlegbaren Einsicht zum Trotz dennoch einen Gott anzunehmen.

Das Volk ist schon zu zweit

In Odessa sind schon ganz viele für die Rückkehr in Väterchen Putins heiliges Reich.

Apropos – wer sich für die Kriegsverbrechen von Sackarschenkos Killertruppen interessiert, der wird hier fündig (Achtung, nichts für ‚faint-hearted people‘).

Die Fleischmühle

Beteiligen sich russische Militärs an den Angriffen auf den Donezker Flughafen? – Jein. Ein Sturm oder die Säuberung der Räume ist eine sehr riskante Beschäftigung. Eingeplante Verluste der Angreifenden – bis zu 10 Tote auf einen vernichteten Gegner. Minen, Abspanndrähte, Scharfschützen. „Feuer-auf-sich“, Hinterhalte, Einstürze, Freundschaftsfeuer. Für so eine Arbeit braucht man keine hohe Qualifikation, sondern ein Löwenherz oder Dummheit. Die Sturminfanterie – das ist Verbrauchsmaterial. Darum treibt das russische Kommando die am meisten inadäquaten Söldner der „Volkswehr“ dorthin. … Zur gleichen Zeit braucht man während Artillerieduelle und Scharfschiessen aus Panzern auf die Gebäude militärische Experten der höchsten Qualifikation. Genau hier werden Einheiten und Unterabteilungen der regulären russischen Armee eingesetzt.“

Das spricht eindeutig jemand ‚vom Fach‘, auch darüber, wie jede Seite mit einem gewissen Recht bis heute behaupten kann, sie kontrolliere diese Trümmerlandschaft. Das Lesen lohnt sich …

Noch was? – Ach ja, die Folxrepuppsliken haben ein volkseigenes Klopapier entwickelt …

Nashibots derweil mal wieder viel fuurchebaar pöse mit ‚Lügenpresse‘:

„Quellennachweise bitte! Quellennachweise zur massiven Lieferung von militärischen Material und Menschen durch die USA, Kanada und EU an die ukr. Armee und deren faschistischen Terrororganisationen, gibt es.

Yep – und zwar vor allem in seinem krummen Kopf …

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