Mit einem Shitstorm, verursacht von ein paar Zauseln ohne eigenes Portfolio aus dem unorganisierten Lager der Internet-Besetzer, hatte die Vereinigte Verlegerschaft bei ihren Plänen zum Leistungsschutzrecht ja gerechnet. Jetzt aber wird’s wirklich gefährlich: Die wirtschaftsliberale Klientel wendet sich direkt an die FDP und spricht dem Hause Springer die Legitimität ab, einen derartigen medialen Unsinn zu veranstalten. Nun also könnte die gebeutelte FDP der Union mal zeigen, wie sie monatelang die Sache mit dem Betreuungsgeld empfand. Auch steht beides im Koalitionsvertrag – wobei aber der BDI ein ganz anderes Kaliber ist als Bayerns Zahnwaltsgattinnen:

„Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Bundesregierung aufgefordert, auf das geplante Gesetz für einen besonderen Schutz von Verlagsprodukten im Internet zu verzichten. Für ein solches Leistungsschutzrecht gebe es keine hinreichende Legitimation, heißt es in einem Brief des Verbands an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).“

Meine Vermutung: Am Ende des einsetzenden Koalitions-Kuhhandels kommt das Betreuungsgeld dann doch, dafür aber geht das Leistungsschutzrecht den Bach hinab, zumindest in dieser Legislatur …