Stilstand

If your memory serves you well ...

Bei Ökonomens daheim

Am Zoff, den der Professor Unsinn mit anderen der eigenen Zunft ganz ohne Not lostrat, zeigt sich für mich vor allem die grandiose Widersprüchlichkeit der Szene. In nahezu jedem Punkt darf man dort dies meinen – oder auch das komplette Gegenteil. Auf gut deutsch: Die Ökonomie wird wohl nie eine Wissenschaft werden, sie bleibt ein Dachverband von Sektenoberhäuptern verschiedener Glaubenssysteme.

„In einem weiteren Aufruf stellen sich 15 hochkarätige Ökonomen gegen den Ifo-Chef und sprechen sich für eine Bankenunion aus.“

Anderer Ansicht sind wiederum Altkatholiken, Mormonen, Keynesianer, Zeugen Jehovas, Methodisten, Hayekianer, Evangelikale, Etatisten, Reaganisten, Heilige der letzten Tage …

3 Kommentare

  1. Zum selben Schluss komme ich auch seit geraumer Zeit – so schön auf den Punkt gebracht hat ihn aber noch keiner. Was ich nicht kapiere: Um die sich oft gegenseitig ausschließende Widersprüchlichkeit der Theorien zu erkennen, braucht man eigentlich nicht besonders schlau zu sein, gleichzeitig müssten starke Zweifel an jeder Heilslehre die naheliegende Konsequenz sein. Und genau von denen hört man höchst selten, weder aus der Wirtschafts- noch Medienlandschaft, Vorträge erfolgen normalerweise im Brustton der Überzeugung. Sind die alle doof, oder wie lässt sich das erklären?

  2. Nun ja – der Papst sagt ja auch nicht: Neben dem Katholizismus gibt es noch eine Reihe weiterer Religionen, die alle etwas anderes behaupten. Vielleicht haben auch die recht …‘

    😉

  3. Vom Papst erwarte ich das auch nicht. Ich kenne aber katholische Theologen, die von Zweifeln durchaus nicht frei sind, gar nicht zu reden von normalen Glaubensanwendern. Obwohl die eigentlich in aller Ruhe glauben könnten, was immer sie wollen, Beweise braucht es im Katholizismus ja nicht. Wenn aber A und B sich gegenseitig ausschließen, täuscht sich entweder der Propagandist von A oder der von B oder beide. Woraus folgt, dass mindestens einer der beiden wissenschaftlichen Anforderungen nicht entspricht, und das Unglaubliche ist, dass das kaum thematisiert wird. Wenn man sich darauf einigen würde, dass Glaubensstärke die entscheidende ökonomische Kernkompetenz ist, wäre ich im Grunde zufrieden.

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