Die Zunft der Ökonomen möchte uns eine neue Kreation auftischen, die ‚Vermögenspreisinflation‘. Statt schlicht nur zu sagen: ‚Wir haben seit den Reagan-Jahren und seinem Glauben an den Neoliberalismus, auch dank der Fruchtbarkeit enthemmter Finanzmärkte, sehr viel mehr reiche Schnösel in die Welt gesetzt, als überhaupt fundierter Reichtum zu finden war‚. Das wäre für jeden einsichtig gewesen: Rasenmäher her und schon … aber nee, aber nee! Der Sound der Öchsperten, selbst dort, wo sie anfangen, einsichtig zu werden, klingt etwa so:

Die Inflation ist nicht weg. Sie ist nur woanders. [Soso!] … Auch die Börsenkurse sind nämlich Preise [Oha!] … Auch Immobilien haben Preise. [Was Sie nicht sagen!] All diese Preise sind in herkömmlichen Inflationsraten kaum berücksichtigt. [Wer hat denn da gepennt?] Doch wenn sie steigen, ist das auch Inflation – die sogenannte „Vermögenspreisinflation“ [Unerhört!]. Sie ist noch viel gefährlicher [Für wen?]. Das Problem: Bei der Vermögenspreisinflation gehen die Preise nicht immer nur nach oben. Manchmal kommen sie auch wieder zurück [ah ja, die nordkoreanische Rakete neulich].

Bei Hermann Löns klang diese ‚Inflation speziell für Vermögende‘ noch so:

Auf der Lüneburger Heide,
wo’s Vermögenspreise gibt,
gehen die rauf und gehen die runter,
obwohl der Reiche das nicht liebt.
Falleri, Fallera
und Juchheirassa …

Man kann es noch anders ausdrücken: Wenn ein Mensch mehr bekommt, als er verdient, setzt Inflation ein. Bekommen viel mehr Menschen viel mehr, als sie verdienen, beschleunigt sich der Vorgang unter Blasenbildung entsprechend …