Stilstand

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Adblock entfernt

Wenn die vereinigte Verlegerschaft als Scoop und statt ihrer überdimensionierten Bettel-Anzeigen mal einen derart durchrecherchierten Artikel ins Blättchen gehievt hätte, dann wäre ihnen viel Ärger erspart geblieben. Und ganz viele Adblocker, wie zum Beispiel ab jetzt auch bei mir. Hier rüstet sich nun – und bis auf weiteres – nur noch ‚Ghostery‘ zur Tracker-Safari und zum Kampf gegen die Schnüffelpest – und natürlich gibt’s einen Flashblocker gegen den werblichen Augenkrebs:

„Das erfolgreiche Add-on entpuppt sich damit schlagartig als perfide konzipiertes Hintertürchen, das sich zudem als Erpressungswerkzeug für jeden Website-Betreiber einsetzen laesst.“

Aber nein – es geht den Verlegern vermutlich gar nicht um Aufklärung und um solch wichtige Artikel, sondern um jene allgemeinen ‚Publikumserwartungen‘, die da lauten: Mit gutem Journalismus ist dort am wenigsten zu rechnen, wo jemand am lautesten damit herumklingelt.

13 Kommentare

  1. Oha! Sobald etwas phantasielosen Leuten mit Dollarnoten im Hirn in die Augen sticht, kannst du zuschauen, wie es zugrundegeht. Leichen liegen rechts und links am Weg …

    Sie sollten sich daran gewöhnen, dass nur Leute, die sich noch am bunten Blinkyblinky ihres Computers erfreuen können, auch herzhaft zuklicken. Die anderen, die so etwas wegschalten, sind sowieso gegen Werbung längst weitgehend immun … also irrelevant.

  2. Thomas Hanke

    27. Juni 2013 at 19:08

    Was ich seit Jahren benutze und im Prinzip völlig autark ist: Glimmer Blocker für OS X, filtert als Proxy einiges vorm Runterladen raus.
    Entsprechende Lösungen gibt’s hoffentlich auch für Windows, Linux etc. Zumindest wenn man den Rechner soweit besitzt, dass man das installieren kann, ist es Einstellen & Vergessen.
    Die Filter kann man relativ leicht selber ergänzen. Es deckt nicht alles ab, aber schon viel.
    Neben den (nicht-)kommerziellen Aspekten kann es auch einiges wie Ghostery und läuft v.a. für alle Programme gleich.
    Ich bin drauf gekommen, weil Firefox 3 damals mit AdBlocker immer langsamer wurde und Safari das so nicht hatte.

  3. Es gibt bereits eine Open-Source-Alternative zu Ghostery: https://disconnect.me/ Die wird auch von prism-break.org empfohlen.

    Außerdem scheint AdBlock — ohne Plus — in Ordnung zu sein, in dem Sinne, dass ich bisher nichts Gegenteiliges gelesen habe. Was die Verfügbarkeit für Firefox betrifft, bin ich überfragt. Für Opera und Chrom“ium“ ist es jedenfalls vorhanden.

  4. Hmm – Firefox drückt mir alle möglichen Warnungen rein, wenn ich Disconnect installieren will. Auch kann ich dort wohl nicht alle Funktionen nutzen, schreibt jedenfalls ‚Chip‘. Hat jemand Erfahrungen, damit ich nicht ein Schnüffel durch ein Schnief ersetze?

  5. Man kann nicht alle *neuen* Funktionen nutzen, schreibt die Zeitschrift. Vermutlich ist die Entwicklung auf Chrome konzentriert und die Version für Firefox wird dann nachgezogen.

    Ich teste das „disconnect“ gerade im Firefox (allerdings auf dem Mac) und finde es im Zusammenspiel mit „NoScript“ recht wirksam. Ich kann nicht exakt sagen, welches der beiden Programme nun für den Erfolg verantwortlich ist, aber ich kann damit leben. AdBlock-plus habe ich jedenfalls in der Testphase deaktiviert.

  6. Ich habe im ersten Schritt jetzt mal ’noscript‘ installiert. Diese Funktion, die mir erst einmal alles blockiert und dann das ‚zeitweise Zuschalten‘ ausgewählten Blinkyblinkys erlaubt, gefällt mir. Das macht zwar ein bisschen mehr Arbeit, aber was tut man nicht alles, unseren Schnüffels zuliebe.

    Schon lustig übrigens, wenn man damit mal die Homepage einer dieser Werbeschleudern wie bspw. Plista ansteuert. Deren Website sieht auf einmal aus, als hätten die Ratten alles angefressen …

  7. NoScript blockiert auf der einen Seite die nervige Flash-Werbung. Auf der anderen Seite verhindert es das Ausführen und Nachladen der Java-Scripte, die immer neue Werbung nachladen. So erklärt sich die Wirkung.

    Ich werde ohnehin nie begreifen, warum sich die Zeitungen ihre Webseiten derart verunstalten lassen. Warum binden sie nicht (wie früher im Print) einfach Anzeigen ins Layout ein – ordentlich abgegrenzt und gestaltet? Klar, damit kann man nicht das Nutzerverhalten verfolgen. Aber man kann exklusive Werbung auf häufig gelesenen Websites verkaufen.

  8. Du hast ja einerseits recht, andererseits willst du wohl die Werbeagenturen arm machen?

  9. Nein. Ich will, dass die guten Werbeagenturen wieder gutes Geld verdienen. Und ich will, dass die schlechten Werbeagenturen (die für all diese furchtbare Online-Werbung verantwortlich sind) vom Markt verschwinden. Werbung bedeutet doch, die Menschen von etwas zu überzeugen – und nicht, sie mitten ins Gesicht zu schlagen.

  10. In Zeiten der allbeherrschenden BWL läuft doch alles nur noch nach den Gesetzen des Professors Billigheimer – und nicht mehr nach Prinzipien der Qualität. Anders ausgedrückt: Fürs traute Heim fahnden sie bei Sothebys, aber fürs Marketing der Firma tut’s auch Woolworth.

  11. „Die erfolgreichen Lügen der Werbung sind die unfühlbaren.“
    (Roger Willemsen, Interview über das Lügen, 19 August 2007 im „Tagesspiegel“). Und es geht weiter: „Bei den plumpen Lügen merke ich mir den Hersteller und kaufe seine Produkte absichtlich nicht. So steuert Werbung durchaus meinen Konsum.“
    .
    Mir ist plumpe, doofe Werbung lieber: man erkennt sofort den Schwindel.
    .
    NoScript: ich hatte es mal und ganz schnell wieder rausgeworfen. Zu kompliziert.

  12. Genau solche Entscheidungen gehen böse ins Auge: Die Wohnungen der Zeitungsmanager drohen zum Billigheim zu werden 😉

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