Stilstand

If your memory serves you well ...

Ach wat?

Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, kritisierte die Basisbeteiligung der SPD mit harschen Worten. „Dass das Schicksal unseres Landes in den Händen einiger zehntausend SPD-Mitglieder liegt, ist eine Perversion des Ergebnisses der Bundestagswahl.“

Aber wenn das Schicksal des Landes in den Händen einer kleinen Klüngelrunde von vielleicht zwölf SPD-Mitgliedern läge, das wäre dann wohl keine ‚Perversion des Ergebnisses der Bundestagswahl‘? Was sich dort so herr-im-hause-mäßig artikuliert, das zeigt uns nur eine oligarch gepolte Auffassung von Demokratie, wo der Ekel vor einer möglichen ‚Pöbelherrschaft‘ alle Synapsen in Reih und Glied kommandiert. Man könnte auch sagen: Das ist jener CDU-Stil, der unseren karnevalesken Kanzlerabnickverein durchweg in der Wolle färbt: Keine eigene Meinung – aber die wird laut und deutlich herausgetrötet …

10 Kommentare

  1. Herr Lauf gehört offenbar zu jenen, die nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen.

    Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen.

    http://dejure.org/gesetze/GG/21.html

  2. Mönsch, der Mann heißt doch nicht Kurt Lauf, der heißt Kurt Laut – und ist auch fürs Lautgeben zuständig … 😉

  3. ach wat!

    klaus,

    ich wache manchmal aus einem alptraum auf, in dem ich in einem land leben muss, das partout nicht verwaltet wird, drehe mich auf die seite, denke, „na und? ist ja so, also was soll’s. geht ja offensichtlich auch ohne.“

    dann lese ich von versuche die daily soap etwas aufzu-spice-n. also von lauten knallchargen und denke: „verarschen kann ich mich selbst“ und geniesse die herrschaftslose zeit vor dem wahlkampf.

    daß der kommt, damit habe ich mich mittlerweile irgendwie abgefunden, da hattest du wahrscheinlich recht mit deiner prognose.

    vielleicht übt der laute herr ja schon mal.

    es kann alles nur schlimmer werden, klaus, geniessen wir also die zeit bis zur bescherung 😉

  4. Noch schlimmer? Du Pessimist! 😉

  5. Ging’s den Belgiern eigentlich schlechter in den 540 Tagen, in denen sie keine Regierung hatten? Ist da was an Folgeschäden zurückgeblieben? Ein Trauma vielleicht?

    Man weiß es halt nicht.

  6. klaus,

    im gunde bin ich ja sprachlos angesichts der offensichtlichen blödheit derer, die sich da ihre metzger selbst gewählt haben. das ist schon schlimm genug.

    ich befürchte halt, daß die beim nächsten mal nägel mit köpfen machen werden, weil sie diese disharmonie, die sie bei ihrer siesta nur stört (wie eigentlich alles, was die schnöde welt so mit sich bringt wie etwa das gefühl, jemand hänge in ihrer leitung und stelle alles für das morgentliche griefing des präse zusammen), einfach nicht mehr ertragen und die grabesruhe eines mütterlich betreuten dauerschlafs diesem ewigen streit der parteien vorziehen.

    damit endlich „a ruah is“.

    oder siehst du etwas, was einen für die nächsten vier jahre optimitischer stimmen könnte? ich sehe nur eine sich heillos überschätzende bloggosphäre, eine durch und durch korrupte medienlandschaft und selbstverliebte idioten in lederhosen.

    von mir aus können die noch vier jahre verhandeln.

    @gerald

    das hat den belgiern nicht geschadet und am ende kam ein kompromiss heraus, mit dem sie offensichtlich halbwegs leben können.

  7. Naja, sie stehen jetzt vor einem Dilemma: Geben die angeblichen ‚Wahlsieger‘ den Sozzen nicht ein wenig mehr nach, fliegt denen ihr Mitgliederentscheid um die Ohren, der zunächst nur Formsache schien. Koalition pardautz! Gehen aber die Schwarzen diese Kostenexplosion aus blanker Koalitionsraison ein, bleiben absehbar nur Steuererhöhungen und der realitätsverleugnenden Frau Kanzlerin (‚Schland deht es duht!‘) der Bruch ihres zentralen Wahlversprechens. Koalition pardautz! Wie sie’s auch machen, es haut am Ende vielleicht eben doch nicht hin … Popcorn!

  8. klaus,

    ich sehe nicht, wie dieser mitgliederentscheid _überhaupt_ „gut“ gehen könnte. im gegensatz zu dieser (sorry, ich werd mich jetzt mal kurz anhören wie jeder vollkaskoidiot, der der das in alle foren postet) postchengeilen bande von ignoranten, denen die zukunft egal und nur ihre eigene gegenwart wichtig ist, sind die sozialdemokraten als solche, das parteistimmvieh, hoffentlich nicht so bescheuert, denen auf den leim zu gehen.

    die denken (hoffentlich) ein klitzekleines bißchen in die zukunft und nicht so sehr an das wohlergehen ihrer führung. und das heisst: regeneration geht nur in der opposition.

    wenn sie das nicht so sehen, nun gut, ich wollte schon immer, daß die linkspartei mehr stimmen kriegt als die altsozen.

    der kanzlerin ist das klar und sie spekuliert genau darauf: die sozen scheitern, machen wir noch einen halbherzigen versuch mit den grünen, bringen die an den rand der verzweiflung … und dann kriegst du deine prognostizierten neuwahlen.

    wenigstens _die_ denkt taktisch. die anderen – die sozen – sind so geblendet von der option auf einen stuhl im kabinett, daß sie eh nichts mehr mitkriegen.

    oder taktisch so „bewandert“ wie diese lusche gümbel.

    die von der cdu intern heimlich ausgegebene parole lautet: „neuwahl“. wobei sie sich da auch verspekulieren werden, am ende haben wir ein sechsparteien-parlament, wenn man die csu mal als kropf betrachtet, sieben, wenn nicht.

    du verstehst, warum ich zum pessimismus neige?

  9. abteilung „habe ich es nicht schon IMMER gesagt“:

    fefe liest hier heimlich mit 😉

    es gibt in der historie eine schöne und erinnernswerte stelle, in der ein noch junger napoleon zeuge wird, wie louis XVI die kokarde aufsteckt und ein verächtliches „ah, quel coglione!“ ausstößt. so geht es mir gerade, wenn ich lese, wie sigmar sein pöstchen abzusichern sucht.

  10. Nun ja – jetzt haben sie, nur damit die Union keine Steuererhöhungen machen muss, alles den Beitragszahlern aufgeladen, also den Arbeitnehmern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2017 Stilstand

Theme von Anders NorénHoch ↑