Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: Dezember 2014 (Seite 2 von 8)

Ausschuss

Unser ‚Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft‘ ist mit ‚Ausschuss‘ eigentlich recht treffend benamst. Sein Motto: Die westlichen Werte stecken ausschließlich in den Werten von Gaskontrakten und Lieferverträgen. Ein möglicher Rest ist bloß humanitäres Gedusel …

Bifigaga

Das wäre eigentlich, statt Pegida, der treffendere Name: Bifigaga – Bildungsferne Inländer gegen Alles und gegen Ausländer. Parole: ‚Auch beim größten Shit, Bifi muss mit‘ …

Das passende Computerspiel gibt es auch schon, der ’säggsiesche Dounfoll‘ des Marketing-Leiters ist absolut überzeugend:

Ik höög mi wat!

Im Herzen der französischen Homophobie ein solcher Skandal! Was kommt als nächstes – und vielleicht auch bei uns? Beatrix von Storch outet sich als Lesbe? Ken Jebsen Mitglied der Latex-Szene? Erika Steinbach auf dem Christopher Street Day? Eva Herman lässt sich einen Bart wachsen? Man ist als argloser Bürger inzwischen auf alles gefasst!

„Der Anlass ist ein doppelter. Sébastien Chenu, Gründer einer Homo-Fraktion „GayLib“ bei der konservativen UMP und öffentlicher Befürworter der Homo-Ehe, ist zum FN übergetreten. Fast gleichzeitig hat das Klatschmagazin Closer die Nummer zwei des FN, Florian Philippot, und seinen Freund mit Paparazzi-Fotos und einem hämischen Kommentar als Paar „geoutet“. In ähnlicher Weise war vor Monaten bereits ein anderes Führungsmitglied des FN, Steeve Briois, ohne sein Zutun als Homosexueller porträtiert worden.“

Tscha, die schärfsten Kritiker der Elche … typischerweise alle katholisch.

No Names (36)

Pegida, Putin oder gar Pazifisten mit weichgespülten Nazi-Sprüchen … manchmal wächst mir all der aktuelle Wahnsinn über den Kopf. Dann ist es Zeit für den Sitzgeiger Andrew Bird, um meine Seele wieder zu erden:

Für den Zettelkasten (41)

Putinism, in other words, is communism minus the pretense that all animals are equal.
(Matt O’Brien, The Washington Post)

Kann Pegida doch sprechen?

Mit euch ins KZ“ und „Waffen SS“: Unbekannte sind auf den Rohbau einer Moschee geklettert und haben die Mauern beschmiert.

Zumindest wirken diese braven Bürger wohl als ‚Muntermacher‘ … treffender Video-Kommentar jedenfalls vom Robert Misik:

„Die offene Gesellschaft verteidigt man nicht, indem man vor den Feinden der offenen Gesellschaft den Schwanz einzieht und ihnen das Gefühl gibt, ihre Anliegen wären schon irgendwie berechtigt.“

Per Dativ zum ‚Stern‘

Unge habe sich laut Mediakraft jedoch nicht an Absprachen gehalten und schädige damit dem gesamten Netzwerk.“

Nein, kein Tippfehler. Dieser Teufel hätte nicht gleich zweimal zugeschlagen …

Welcher ‚politische Prozess‘?

Die neuen Sanktionen der USA und Kanada befeuern die Krise nach Ansicht der russischen Regierung weiter. „Die Maßnahmen zielen darauf, den politischen Prozess zu stören“, erklärte das Außenministerium in Moskau am Samstag.

Monatelang nix tun, was hilfreich wäre, aber in die politische Landschaft quaken …

Falscher Alarm

Da hat sich also ein RTL-Reporter unter die Pegidas begeben, um an O-Ton und Statements zu kommen (Vorgang hier). Unnötigerweise, wie ich hinzufügen möchte, denn „diese Bio-Deutschen“ halten sich ja keineswegs an die verabredete Omertá, sondern sie reden sich selbst in einem wahren Bekennerdrang um Kopf und Kragen. Wem der Deetz voll Grütze steckt, dem geht eben das Maul über …

Dieser Reporter radebrechte dann gleichfalls anti-islamisches Zeug in dieses Panorama-Mikrofon hinein, vorgeblich, um seine völlig unnötige Tarnung aufrecht zu erhalten, wobei er inhaltlich das Klischee vom vermuteten Pegida-Brabbel bediente. Womit er ja auch keineswegs daneben lag. Denn die anderen, die ‚echten‘ Panorama-Statements, die niemand bisher bestreitet, die kamen noch viel wirrer und bösartiger daher. Das geäußerte Klischee entsprach also vollumfänglich der Realität.

Große Aufregung seither im Medien-Stadl. Darf der das? Darf er Kollegen täuschen? Ferner dürfen sich alle Pegida-Hanseln seitdem gnadenlos missverstanden fühlen: Man könne doch mal wieder sehen, zu welchen Gestapo-Methoden der verruchte Mainstream-Journalismus greife, um wahre Volksbewegungen zu diskreditieren. Liebe Käsglocken-Deutsche, so etwas hat der Journalismus gar nicht nötig. Es gibt genügend unbestrittene Äußerungen aus eurer Mitte, die zeigen, welch Geistes Kind ihr seid. Wobei mir allenfalls das Wort ‚Geistes Kind‘ ein wenig hoch gegriffen scheint …

Der Journalismus aber hätte besser daran getan, den Vorfall gar nicht erst an die große Glocke zu hängen, weil jeder dieser Wirrköpfe jetzt einen untauglichen Beweis in Händen schwenkt, um das neuartige Lied von den bösen Medien zu singen. Kurzum: Da hat der Journalismus mal wieder ein echtes Eigentor geschossen.

Und dem RTL-Menschen sei gesagt, dass es genügt hätte, ein Russia-Today-Mikro in die Hand zu nehmen, so wie es die ‚heute-show‘ tat, um jede Menge aufgeguseltes Gestammel im O-Ton einzufangen. Gelenkte Staatsmedien à la russe verwandeln jeden Pegida-Mitläufer in eine Quasselstrippe. Schlecht imitierte Wallraff-Methoden waren also in dieser Situation ‚goar nüch nödich‘.

Zum ‚Fall Edathy‘

Wer was wann wo zu wem mit welcher Absicht in Berlin gesagt hat, das soll mich hier nicht weiter interessieren. Mich beschäftigt vielmehr die Exzeptionalität, die dem ‚Kinderschänder‘ ständig zugeschrieben wird:

„Internationale Studien gehen davon aus, dass bei etwa 1 % aller erwachsenen Männer eine primärpädophile Ausrichtung vorliegt.“

Das wären – pi mal Daumen – allein in Deutschland dann also um die 400.000 Männer, was schon fast der Einwohnerzahl Nürnbergs entspricht. Von denen die meisten dann allerdings nie ‚übergriffig‘ werden. Die Crux liegt hier im Begriff ‚primärpädophil‘. Denn dort, wo sich die Gelegenheit bietet, nimmt die Zahl der pädophilen Kontakte erheblich zu. Im katholischen Großreich der Chorknaben wie auch in progressiveren Erziehungseinrichtungen.

Als bspw. die US-Armee sich den italienischen Stiefel hinaufkämpfte, kam es regelhaft nicht nur zu Vergewaltigungen, sondern auch zu einer Vielzahl von entlohnten Sexdiensten (gegen Cadbury und Kampfrationen, weil damals bitterer Hunger in Italien herrschte). Die Mehrzahl der Frauen, die daraufhin schwanger wurde oder unter Geschlechtskrankheiten litt, das waren dann Mädchen zwischen zehn und vierzehn Jahren. Die Deutschen waren im übrigen in sexueller Hinsicht keineswegs besser, und ähnliches gilt auch für bestimmte Bezirke Bayerns in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als die Amerikaner und Marokkaner dort hausten, vom osteuropäischen Raum ganz zu schweigen.

Man könnte also durchaus den Verdacht hegen, dass der Mann generell gern zu ‚Frischfleisch‘ greift, dort, wo er dies ungestraft tun darf. Und zwar nicht nur der greise Berlusconi auf seinen Bunga-Bunga-Parties. Wer über Pädophilie redet, müsste also über bestimmte Aspekte der männlichen Sexualität reden.

In diesen Zusammenhang spielt für mich dann auch hinein, dass junge Frauen, um dem männlichen Schönheitsideal zu entsprechen, sich oft einen besonders knabenhaften Körper anhungern. Vielleicht auch, dass sie sich – aus angeblich modischen Gründen – die Schamhaare abrasieren. Und was lässt den deutschen Mann eigentlich so thaifrauen-fixiert in den Sexbomber steigen? Ist es wirklich nur die ‚Demut‘ dieser Frauen? Oder spielt vielleicht das ‚Kindchen-Schema‘ dort hinein? Welche Pornoseiten mit wie geformten ‚Models‘ besonders häufig frequentiert werden, harrt ferner der Forschung. Es gibt einfach zu viele Indizien dafür, dass eine latente pädophile Affinität einer generellen Männerfixierung nahe kommen könnte. Die Grenze ist hier eher diffus als klar gezogen …

Vielleicht ist das Ballyhoo deshalb so groß, weil dann, wenn der einzelne Täter nicht länger der Satan wäre, sondern eher der aus dem Ruder gelaufene Normalo, die Grundstrukturen der männlichen Sexualität durchdekliniert werden müssten. Dass also dann ein echtes Tabu zerbräche. In jedem Fall aber ist viel Verlogenheit dabei.

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