Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: November 2014 (Seite 1 von 6)

Shopping in Donezk

Ein einmaliges Einkaufserlebnis: Wozu braucht man noch Geld, wenn nichts mehr da ist?

Das Grauchen

Die Frauenquote kommt einer Enteignung gleich. Und das in einem Rechtsstaat. Der legitimiert sich nämlich nicht über Quötchen, Soziales und anderen Politik-Kitsch …“

Jetzt wissen wir’s, ‚Soziales‘ ist bloß so’n ‚Polit-Kitsch‘. Das meint jedenfalls Alexander Grau dort drüben im ‚Wachtturm‘ des Neoliberalismus, dem ‚Cicero‘.

Urlaub ist nicht gesund

Based on information from families across Russia she calculates that 4,000 Russian soldiers have been killed so far in Ukraine. Vasilieva’s estimates have been backed by other Russian NGOs such as the Committee of Soldiers’ Mothers and Inform Napalm. Vasilieva herself launched the Forgotten Regiment NGO in 2007 to collect information on Russian veterans of Soviet and post-Soviet conflicts.

In only five months of fighting, Russia has lost the same number of soldiers as the US did in more than 12 years in Iraq and about a third of the Soviet losses in Afghanistan during a nine-year occupation.“

Das hier ist übrigens kein Bericht von der Front, sondern aus dem Herzen des Rebellengebiets, dem Kosakenreich in Antrasit:

„Um circa 9 Uhr morgens fingen die Maschinenpistolenschiessereien an. Um 10-11 fingen die Schulen an zu schliessen, Eltern wurden angerufen, damit sie die Kinder schnellstens abholen. Lokale Einwohner sagen, dass die LVR-Söldner gekommen sind, um die Kosaken zu vertreiben. Parallel dazu berichten Quellen, dass es eine Schiesserei bei der LVR-Kommandantur gab: 4 Menschen wurden getötet, unter ihnen der sogenannte „Kommandant“ der Kosaken, Wjatscheslaw Pineschanin. Sein Vertreter, der Vorsitzende der „Volksmiliz“- Pawel Schmargun wurde verwundet, auch wurde im Laufe der Schiesserei ein 15-jähriges Mädchen verwundet“. Insider berichtet, dass er vom Tod Pineschanins von 4 verschiedenen Personen gehört hat, also erregen diese Fakten keine Bedenken. Ausserdem hörte man seit 11 Uhr Morgens Artillerieschüsse von der nord-westlichen Seite der Stadt, wie auch von Seiten Nischnij Nagoltschik und Bokowo-Platowo. Aus Jesauliwka berichtete man auch, dass sich die Schüsse nicht nach Übungsschüssen anhören, denn es wird viel und stark geschossen. Lokale Einwohner in Nischnij Nagoltschik behaupten: „Die Schiesserei ist mit internen Zusammenstössen zwischen den LVR-Söldnern und Kosaken verbunden“. … Aus anderen Quellen kommt die Information, dass der Ataman (Anführer) der Kosaken, Kosizyn, verhaftet wurde, nach anderen Angaben flüchtete er einfach nur nach Russland. In Anknüpfung an oben genannte Fakten kann man annehmen, dass dies keine spontane Aktion war, die eine Folge der internen Zusammenstösse sein könnte, sondern eine zweckgebundene Säuberung, die von russischen Geheimdiensten durchgeführt wurde.“

Tscha – die Rebellion frisst ihre Kinder. Freuen wir uns also auf neue Säuberungen und Schauprozesse, wo dann vermutlich wieder ‚Trotzkisten‘ und ‚Konterrevolutionäre‘ vorgeführt werden … und die Einwohner werden sich fragen, ob sie nun vom Regen in die Traufe oder von der Traufe in den Regen geraten sind.

Die Idee mit dem eigenen Luftwaffenstützpunkt hat vorläufig übrigens auch nicht geklappt. Wenn die Separatisten so weiter machen, dann wird aus den ukrainischen Truppen noch eine richtige Armee:

„Judging by recent statements and actions in Donetsk the rebels finally abandoned the idea of taking Donetsk airport at any cost, which resulted in two months of fighting in the ruins of irrelevant airport. Givi and Motorola units were rotated (hence the loss of information space, but today in social networks could find a new movie with Motorola) and replaced with parts of „East“ and the Cossacks, who again judging by the statements, are not trying to clean up the entire airport, and will simply hold the current position.“

Anarchie in Novosomalia

On 25 November the SMM visited Perevalsk (44 km west of Luhansk), under “LPR” control. The SMM met two members of a humanitarian organisation who informed the SMM of the worsening situation in the neighbouring town of Alchevsk (44 km west of Luhansk), due to a shortage of food and medicines. The interlocutors said that they believe the situation is caused by an irregular armed group who has control over that area, and is confiscating humanitarian aid directed to Alchevsk. The SMM also met with a representative from “LPR” in Perevalsk, who stated that the entire situation in Alchevsk was out of control and that the “LPR” is reluctant to visit the village.

Tscha – das hungernde Alshevsk liegt nun mal nicht im ATO-Land, sondern tief im Regulatorengebiet. Und es scheint, dass es selbst Russland zu bunt wird mit seinen frei vagierenden Kosakenverbänden. Da und auch in Antratsit wird jetzt wohl alles liquidiert, was nicht rechtzeitig mit der Beute fliehen konnte. Fragt sich, wer dann die Beute kriegt:

„Allegedly Kozitsin was arrested and Kazak commandant in Antratsit Pinezhanin was killed. Seems like LNR/Russia decided to reign in.“

Neue DNR-Nationalhymne

„Been away so long I hardly knew the place
Gee it’s good to be back home
Leave it till tomorrow to unpack my case
Honey disconnect the phone
I’m back in the U.S.S.R.
You don’t know how lucky you are boy
Back in the U.S.S.R.

Well the Ukraine girls really knock me out
They leave the West behind
And Moscow girls make me sing and shout
And Putin’s always on my mind.
I’m back in the U.S.S.R.
You don’t know how lucky you are boys
Back in the U.S.S.R.“

Toitschlinge schwer empört

Deutschland profitiert finanziell also beachtlich von seiner ausländischen Wohnbevölkerung“, heißt es in der Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wird.“

Dat kann ja wohl nüch angehen! Ausländer sollten produktiv sein und der Volkswirtschaft nutzen? Sakrileg! Wenn das der Führer wüsste! Die Foren schäumen …

Jenseits des ‚Schmarotzertums‘ ist für diese Vorabwisser beim Thema ‚Ausländer‘ alles undenkbar. Wissenschaft ist’s nämlich nur, wenn’s auch ins kleine Weltbild passt. Schon tönt es unisono aus deren Kommentaren: Das sei doch bloß die berüchtigte ‚Bertelsmann Stiftung‘, Middelhoff und so – da könne man doch mal sehen! Prompt klatschen sie sich befriedigt in die bräunlichen Patschehändchen – für sie ist der Fall gelöst …

Und süsswoll, ein Satz, und schon ist bei unseren Merkbefreiten erneut alles falsch: Es war das hochangesehene ‚Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung‘, das einen Auftrag aus Gütersloh erhielt, und dabei zu diesem Ergebnis kam …

Ein älteres Modell

Russian Defense minister P. Grachev: „I’m not aware about that and not really interested, since Russian troops don’t take any part. I saw on TV that some soldiers were captured there. Those are most likely mercs. In case Russia was involved we would take the city with only one airborne regiment in just two hours“

Klingt irgendwie zeitgemäß? Tscha, das waren offizielle Äußerungen, als die Russen vor ziemlich genau zwanzig Jahren in Tschetschenien einfielen und die Stadt Grosny dem Erdboden gleichmachten.

Und – oops – das wird ja immer mehr:

„Russland und die Populisten: Front national soll 40-Millionen-Kredit aus Moskau bekommen.“

Während Moskaus treuester Freund, die Donbas-Mafia, endlich mal aufhören soll, systematisch die ‚humantitäre Hilfe‘ aus Russland zu plündern. Nicht das man generell etwas gegen ein wenig Plünderung hat, darauf beruht schließlich der russische Staat. Aber das wird ja sonst zu peinlich, das große Verhungern der Bevölkerung in Novosomalia …

Ach ja – ob der noch weiß, was er sagt, frage ich mich seit längerem: „Using terrorists for regime change is unacceptable – Lavrov.“ Ach, ja? Ach, nee! Ach, doch …

Wieder ’ne Silvesterrakete

In der jüngsten Erhebung des Forsa-Instituts im Auftrag des „stern“ muss die AfD einen Prozentpunkt abgeben und kommt im Bund auf sechs Prozent. … Noch im September sah Forsa die AfD bei zehn Prozent … Ernüchternde Zahlen gibt es auch von der Elbe: In Hamburg muss die AfD nach der letzten Umfrage mit vier Prozent um den Einzug in die Bürgerschaft bangen.

Tscha, Republikaner, Schill-Partei usw. Es macht zunächst ordentlich ‚Bumm!‘ mit viel Blinkyblinky, am nächsten Tag folgt schon der Kater. Die Piraten lassen herzlich grüßen …

Vergangenheitsbewältigung

Das hier klingt, als wäre die ukrainische Regierung mit den Rebellen nicht ganz und gar unglücklich. Zumindest hat das gezielte und finale Absäufen der Kohleminen durch unwillige oder unfähige Desperados auch positive Folgen für die ukrainische Volkswirtschaft. Das endlose Verteilen von Subsidien an ostukrainische Oligarchen für unproduktive Minen – etwa 1.000 Hriwna je Tonne – findet damit sein logisches Ende, da längst die Importkohle aus Südafrika oder Australien erstens höherwertig, und zweitens auch wesentlich preiswerter ist:

„In the short-term perspective, the subsidy decrease will save additional money for the state budget. The volume of coal extracted from state mines on the territories controlled by the ‘DNR’/‘LNR’ constitutes 8 million UAH. If we do not pay subsidies, 1 thousand UAH per ton, we can save 8 billion UAH in 2013 prices. Obviously, this ‘creative destruction’ will not solve all the problems. For example, someone has to control the ecological safety of the closed mines. The government will have to help the people who will have lost their jobs through re-qualification programs and monetary assistance. These programs can be costly, but they will be cheaper than subsidizing the coal industry. Most importantly, they will invest money in the region’s future success, and not the wasteful support of a dying industry.“

Wir wollen dabei nicht vergessen, dass Russland ähnliche Minen in der Rostov-Region aus den gleichen Gründen schon wesentlich früher vom Weltmarkt nahm. Der gesamte Donbas, ob rechts oder links des Don, ist also keineswegs reich, er ist eine wirtschaftliche Notstandsregion. Aber Onkel Vladi macht das schon …

Wer’s übrigens noch immer nicht glaubt, dass das russische Militär direkt in der Ostukraine involviert ist, der möge sich den neuesten Ares-Report zu Gemüte führen:

„In sifting through the detail of information, perhaps the most interesting part of the report is the recording of the range of weaponry in use that is not available to the Ukrainian military. This weaponry is almost exclusively found in the stockpiles of the Russian army. This data would therefore add to the body of evidence that the Russian military is supplying weapons to the battlegrounds of Eastern Ukraine.“

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Vermutlich ist es eine besonders feinsinnige Ironie, die den ‚Standard‘ dazu brachte, in dieser Headline statt ‚vielversprechend‘ nur ‚viel versprechend‘ zu schreiben. Der Weg zum Finalstadium war dann ja auch nicht ganz so weit:

„Team Stronach: Vom viel versprechenden Team zur Verlierertruppe.“

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