Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: August 2014 (Seite 2 von 6)

Die offene Invasion ist da

This means a turning point in the conflict. Russia is now fighting openly with its regular army and is pushing Ukraine back into the defense, if not overrunning it.“

Oh, wie schön wird Novorossija!

Bildausschnitt: Map of Ukrainian Unrest

Bildausschnitt: Map of Ukrainian Unrest

Genfer Konvention in Fetzen

Mein Gott, hirnbefreite Menschenaffen – um den Ausdruck ‚Kartoffelkäfer‘ hier mal zu vermeiden – haben soeben ungefähr 60 ukrainische Kriegsgefangene mit aufgepflanztem Bajonett durch die Straßen von Donezk getrieben. Und die begleitende Rentnerkombo, die von ihrer goldenen Jugend und vom Väterchen Stalin träumt, brüllte was von Faschisten. Aber gut, all diese Desperados, die den Zug begleiteten, sind auf den Videos ja bestens zu erkennen. Beweiskräftige Verstöße gegen die Genfer Konvention werden später dann wohl in Den Haag geahndet …

Mariupol scheint das nächste Ziel zu sein, das diese kranken Figuren jetzt mit ihrer frisch gelieferten russischen Militärmaschinerie gewaltsam ansteuern. Jedenfalls gibt es Berichte von einem großangelegten Ausbruchsversuch aus den Kesseln gen Süden.

Irgendwie kann ich’s verstehen: Die Lage in Luhansk und Donezk wird zunehmend unhaltbar, beim Plündern ist auch kaum noch etwas zu holen. Mariupol dagegen liegt an der Küste. Der russische Nachschub – äh, die ‚humanitäre Hilfe‘ natürlich – wäre damit konstant gesichert. Außerdem gibt es dort die schönen Oligarchenvillen vom Herrn Akhmetov für das söldnerische Lotterleben. Und im Falle eines Falles kann man problemlos übers Meer in das große Vaterland aller Lügner, Desperados und Regulatoren entfleuchen.

Wer immer noch nicht glauben will, welcher Mob dort in den ‚Volksrepubliken‘ reg(ul)iert, der möge sich diese Fotostrecke antun …

Mehr davon!

Dass RT, früher Russia Today, bald eine Sendung auf Deutsch ausstrahlen wird, ist schon seit Längerem bekannt. … Länger bekannt ist auch, dass sich deswegen schon die „Mainstream-Medien-Kritiker“ fast ins Höschen machen vor lauter Freude. Das erklärt sich unter anderem aus dem Programm von RT, das daraus besteht, Verschwörungstheorien einen vermeintlich seriösen Anstrich zu geben.“

In der Folge kriegt dann der Jürgen Elsässer gewaltig was auf die Glocke … und dass die Alu-Hütler jetzt einen eigenen Kanal bekommen, ist doch auch eine Nachricht wert. Warum nur finden sich solche Artikel nicht in dieser ominösen ‚Mainstream-Presse‘?

Russland wählte ihn …

Russian MP Ilya Drozdov: „The sooner the bastardly entity called Ukraine is wiped off the map, the better“.

Drozdov ist Direktor der russischen Biowaffenschmiede ‚Vector‘, insofern sehr wohl in der Lage, die Ukraine und noch einiges mehr von der Karte zu ‚wipen‘ … (Korrektur: Das ist ein anderer Drozdov, obwohl auch eine unangenehme Figur, s. Kommentar im Thread, der oben Zitierte stammt aus der Psychopathen-Partei von Schirinowski).

Und die hier haben sich wohl eine Überdosis ‚Russia Today‘ gespritzt:

“According to the soldiers, they decided to go to Luhansk after watching Russian TV; they were sure that Ukraine was no more, and that the “NovoRossiya” army is invincible and captures new towns and villages every day.”

Derweil lichtet sich das Geheimnis um die Kamaz-Trucks. Es ging um Plünderung:

„According to Lysenko, Russian KAMAZ trucks are being loaded with equipment from the Donetsk Topaz plant, which manufactures modern early warning radar equipment like the “Kolchuga” radar complex, as well as equipment from a plant in Luhansk that manufactures small arms ammunition.“

Sie nennen es vermutlich ‚Reparationen‘ …

So ist das wohl …

Dass Linksreaktionäre die Jihadisten derart pfleglich behandeln, hat seinen Grund in der beachtlichen Schnittmenge ihres Weltbilds: Geringschätzung bürgerlich-demokratischer Freiheiten, personalisierender Pseudo-Antikapitalismus, antiwestliches Ressentiment, Hass auf den jüdischen Staat, Verschwörungsphantasie statt kritischer Analyse. Dass Antifaschisten keine Antisemiten sein könnten, gehört spätestens seit der stalinistischen Verfolgung wirklicher oder eingebildeter Zionisten ins Reich jener Legenden, mit denen sich Linksreaktionäre ihre einfach gestrickte Welt zurecht lügen.

Und aus dieser Denkfaulheit entsteht dann jene verbindende Ideologie, die sich verkürzt auch ‚Querfront‘ nennt. Zum Thema dieser ’nützlichen Idioten‘ passt dann auch das hier:

„Die europäischen Linken, die den Titel der “nützlichen Idioten” zu Recht verdienen, sehen in Russland eine Kraft, die ein Gegengewicht zu der angeblichen geopolitischen Unipolarität und der Vorherrschaft der liberalen politischen Wirtschaft bilden kann. Da sie aufgrund ihrer marginalen Rolle in der nationalen Politik nicht in der Lage sind, sozialistische und kommunistische Ideen in ihren Heimatländern umzusetzen, sehen sie in Russland ihre letzte Hoffnung, ungeachtet der Tatsache, dass Russland noch nicht einmal ein kapitalistischer, sondern ein kleptokratischer Staat ist.

Die Gründe für die Rechten, warum sie Putin unterstützen, sind teilweise ähnlich. Wie die Linke, verachten die meisten Parteien der extremen Rechten in der EU die USA als dominierende Macht in der Welt. Doch für die Rechtsradikalen sind die USA auch die “Brutstätte” des Multikulturalismus und der Vielrassigkeit – Ideen und Praktiken, denen sich die extremen Rechten in der EU stark widersetzen. …

Was diese kleinen Ribbentrops halt nicht verstehen, ist die Tatsache, dass Putin mit ihnen nur deswegen zusammenarbeitet, um ihre Länder zu untergraben und zu korrumpieren. Natürlich ist ihr strategisches Ziel ein gegenseitiges: der Kreml und die europäische Rechte wollen die EU schwächen oder sogar abschaffen. Ganz rechtsaußen schätzt man die utopische Idee einer Rückkehr zum Nationalstaat, um ein mythisches Gefühl der nationalen Zugehörigkeit zurückzuerlangen. Putin will aber etwas ganz anderes, etwas, das mit der Maxime “Teile und herrsche” erreicht werden kann. Durch die politische Untergrabung der EU, durch die stärkere wirtschaftliche Bindung der EU-Länder an Russland, strebt Putin an, auf Russland eine Supermacht zu machen.

Und der Herr hier hat vermutlich den Fehler gemacht, zu sagen, dass Litauen nicht zu Russland gehört:

„Lithuania’s Honorary Consul in Luhansk was murdered today by Russian-backed terrorists. Shortly after the announcement, a tweet was sent out by the Lithuanian Minister of Foreign Affairs, Linas Linkevicius, saying that the consul, Ukrainian businessman Mykola Zelenec, was “kidnapped and brutally killed by terrorists.”

Russisch Brot

Our troops captured a Russian BMD-2 IFV [ = Luftlandepanzer] near Lutugino that came from 1st Paratrooper Company of Army Unit 74268 of Pskov Air Assault Division. Platoon commander’s name is Sr. Leutenant Popov. The vehicle has all the papers with it such as work order journal, evening checkup journal and discharge ticket journal. It also had Russian-made MREs manufactured in March 2014. The crew is … err.. missing.“

Wahrscheinlich haben die Rebellen diese Ausrüstung ja billig im nächsten Supermarkt beim Sommerschlussverkauf erstanden. Damit sie damit und mit Hilfe ihrer nichtvorhandenen Luftwaffe über bedrohten Gebieten abspringen können. Wieviel Beweise braucht es eigentlich noch?

Ball paradox

Es ist kein Scheiß: Das ‚Handelsblatt‘ mit Gabor Steingart – hinter ihm die deutsche Industrie – das ist heute und seit Wochen schon die Speerspitze der pazifistischen Bewegung in Deutschland:

„Das Nachkriegstabu – keine Waffenlieferungen in Krisengebiete – ist damit gefallen. Die Politiker sprechen von der größeren Verantwortung, die Deutschland übernehmen müsse. Gegenüber der „Verantwortung“ ist das nicht ganz fair: Das Wort kann sich gegen seinen Missbrauch nicht wehren.“
(Handelsblatt-Newsletter, 21. 8. 2014, leider nicht online)

Tscha, ‚Missbrauch‘. Dass sie dort dann nicht nur gegen Handelssanktionen, sondern zugleich auch gegen eine zunehmende Einschränkung von Rüstungsexporten in aller anderen Herren Länder sind, ist gewissermaßen nur der Gipfel dieser Hochkomik. Freihändler halt …

Rötzer spricht

Er kann es einfach nicht – das ist mein Fazit, wo immer ich auf einen Text von dem Telepolis-Häuptling Florian Rötzer stoße. Hier aus einem Artikel nur zwei Stilblüten – woraufhin vor unseren gequälten Augen die verbeulte Grammatik voller Scham unter den Teppich kriecht:

„Inzwischen gehen die verlustreichen Kämpfe weiter und lässt sich die ukrainische First Lady in Kriegszeiten für die Modezeitschrift Elle Ukraine ablichten.“

„Kurz nach der Orangen Revolution hatte es auch mal Julia Timoschenko auf das Titelblatt geschafft, aber das war nicht Kriegszeiten.“

Man möchte mit faulen Orangen schmeißen. Vor allem aber ist Florian Rötzer der Meister des Putativs, wo die Girlanden des Unbewiesenen ständig ihr ‚Soll‘ erfüllen müssen:

„[Der Mann] soll für die „Terroristen“ gekämpft haben. Er soll gesagt haben, er habe aus Überzeugung, nicht als Söldner gekämpft. ,,, Nun soll ein Gericht über seine Schuld entscheiden. Sollten weitere Freiwillige gefangen werden, könnte es für die EU problematisch werden. Auch auf ukrainischer Seite soll das erste Mal ein Ausländer getötet worden sein. Es soll sich um einen Amerikaner namens „Franko“ gehandelt haben.“

Tscha, der Mann kommt doch glatt mit zwei Verben durchs Leben. Vor allem aber vermittelt er uns mit Hilfe seiner kleinen Lieblinge, dass er grundsätzlich allem und jedem gründlich misstraut – ein echter Verschwörungstheoretiker halt: „Wasser soll nass und Feuer könnte heiß sein.“ Es gilt das bewährte Motto aller Alu-Hütler: ‚Nix Genaues weiß man nicht – und deshalb glaube ich ans Gegenteil‘. Auf die simple Idee, einfach mal selbst die Hand in den Kamin zu stecken, kommen sie hingegen nicht. Und selbst wenn, ihre Brandwunden müssten dann noch lange nicht eine Folge übermäßiger Hitze sein … es könnte sich ja auch um einen schmutzigen Trick der CIA handeln.

Die ‚Guten‘ sind nie böse

Jedenfalls, wenn wir dem False-Flag-Geschrei unserer einschlägigen Foristen glauben – da kann einfach nicht sein, was nicht sein darf:

„Insurgents struck the convoy with a massive attack of mortars and Grads. The convoy was moving under white flags, but this did not save it from almost total destruction. Dozens of civilians, many of them children were killed.“

Und hasse nich gesehn – Zeugenaussagen hin, Zeugenaussagen her – schon muss es auch diesmal wieder die pöse ATO gewesen sein …

In Russland derweil dürfen die Bilder leerer Lebensmittelregale nicht länger gezeigt werden, weil die westlichen Sanktionen ja gar nicht wirken können – ihr wisst schon: wegen Russlands unermesslichem Reichtum und den riesigen Kolchosen, die jetzt dank der überlegenen russischen Wissenschaft alles Benötigte ganz schnell aus der Ackerkrume stampfen werden. Dumm nur, dass es den Google-Cache gibt:

„Ein Russen-Troll pisst mich mitten in der Nacht per Mail an und behauptet, nobody habe die Fotos von Елена Афанасьева manipuliert, denn auf Elenas Twitter-Account wären diese Bil­der nicht zu sehen. Oh ihr Armen im Geiste! Ich weiß, Elenas Fotos sind brisant, denn Elena ist Creativ Director beim rus­sischen Staats­fernsehen “1. Ka­nal“ und daher über jeden Zwei­fel pro­west­licher Pro­pa­gan­da erhaben.“

Ach so, eins noch, nach unbestätigten Meldungen wurde Khodokovsky, der Anführer des Vostok-Bataillons, von der ATO gefangen genommen, und wartet jetzt auf den Flug nach Den Haag (Nachtrag: War leider nur ein Namensvetter).

Selbst die stramm putintreue AfD hat jetzt der Spaltpilz befallen. Tscha, wer zuviel verirrte Schäfchen unter einen einzigen Alu-Hut bringen will, dem bleibt der Streit nicht erspart:

„AfD-Vize Alexander Gauland ist erbost über die Russlandpolitik von Bernd Lucke und weiteren EU-Abgeordneten. Diese stimmten gegen die Parteilinie für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Moskau.“

Was wird der Alexander Gauleiter jetzt machen? Die ‚einzig wahre AfD‘ gründen? Diese rechten Populisten haben doch alle so etwas vorhersagbar Kukidenthaftes: Im jeweils neuesten Partei-Becherlein schäumt’s kurz mächtig auf – und dann herrscht wieder Stille ums Gebiss. Republikaner, Schill-Partei usw. Diese alte Koksnase, hörte ich im Vorbeigehen, fällt jetzt wohl im Dschungel-Camp den Leuten auf die Nerven. Sic transit gloria mundi …

Sonst noch was? Ach ja: „Moscow is liberated“.

Messerscharf kombiniert

Wenn der begnadete Eurasien-Stratege Alexander Dugin auf Girkins Homepage einen tränenseligen Nachruf auf seinen guten Kameraden verfasst, ach, einen besseren – snief! – find’st du nicht, dann dürfen wir mit Fug und Recht annehmen, dass dieser Herr in der Wlassow-Uniform und mit den Ansichten eines Kapitänleutnant Ehrhardt leider doch unerwartet von uns ging, obwohl die Desperados dies weiterhin leugnen ohne rot zu werden.

Bleibt die Frage, ob es ein Unfall Strelkovs war oder aber eine Exekution – äh, ‚friendly fire‘ natürlich. Ach, Igor, deine Ansichten werden weiterleben, wo immer es gilt, Menschenrechte wegen höherer Ideen in den Orkus zu schicken …

Sonst noch was? Ach ja, unser famoser Außenminister gibt unverdrossen noch immer den Gute-Laune-Bär:

„Der deutsche Außenminister gibt aber die Hoffnung nicht auf. … Er sprach von „Begegnungen, bei denen auch einmal ein offenes Wort“ gefallen sei.“

Der letzte Satz dürfte, aus dem Diplomatischen ins Normaldeutsche übersetzt, darauf hinweisen, dass sie und Russlands Laughrough sich angebrüllt haben dürften wie die Kesselflicker … in den Folxrepupsliken geht’s derweil zu wie in mittelamerikanischen Operettenstaaten, vielleicht sollte ich mir das alte Brettspiel ‚Junta‘ mal wieder aus dem Regal kramen:

„Residents said rebel fighters had taken to carousing drunkenly at night and wearing civilian clothes at checkpoints, a change that would allow them, at a moment’s notice, to throw down their weapons and blend in with the population. Ukrainian police at a checkpoint on Sunday reported capturing four separatists dressed as Orthodox priests, making their way toward Russia.

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