Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: Mai 2014 (Seite 1 von 7)

Sagt nicht irgendjemand …

Nach Donezk traut sich keiner mehr. Geiselnahmen sind dort ein gutes Geschäft. Die Separatisten sind bezahlte Leute, Kriminelle, Desperados, Afghanistan- und Tschetschenienkämpfer. Sicher sind sie aber nicht die viel zitierte «russische Minderheit», die sich gegen einen «ukrainischen Faschismus» wehrt. Diese ganzen Legenden – besser gesagt: Lügen –, die das russische Fernsehen 24 Stunden am Tag verbreitet, muss man entschlossen zurückweisen. Es gibt keine russische Minderheit, die in der Ukraine unterdrückt wird. Faschismus und Antisemitismus in der Ukraine – das ist eine Erfindung der russischen Propaganda, die an Volksverhetzung grenzt.“

Dies vorausgesetzt, was bleibt dann noch von Putins Propaganda? Und wo wären die Goebbels-Methoden zu suchen? Ich bin ja froh, dass abseits des Merkel-Gesäusels und der BDI-Schalmeien noch jemand, wie dieser Träger des russischen Puschkin-Preises, die Dinge klar benennt. Ob es unseren Linken eigentlich klar ist, dass sie derzeit die Positionen ‚des internationalen Kapitals‘ vertreten: ‚Never ever spoil the bizziniss‘? Und wie wird aus dem Kleinbürger eigentlich der Putin-Fanboy‘? In manchen Fällen aus blanker Parkplatznot heraus:

„Russland setzt alles Schlag auf Schlag um, unsere Pfeifen streiten erst mal 2 Jahre um dann doch zu keinem Ergebnis zu kommen. Momentan geht mir die Parkplatzproblematik auf den Zeiger. 2 Stunden Parkschilder, wo man arbeitet ohne Ausnahme. Also ständig umparken oder ständig Knollen zahlen – oder 1km weit weg parken. Danke dafür.“

Bei Onkel Wladi würd’s so was nie geben, schließen wir messserscharf daraus: Da gibt’s ‚Parkplatz für alle‘ – das sei das russische Modell … und die Lügen werden derweil immer dreister:

„Sowohl Moskau als auch die russische Kaukasusrepublik bestreiten [die Infiltration] jedoch. Sie behaupten, die Tschetschenen kämpften – wenn überhaupt – aufseiten der ukrainischen Nationalgarde.“

Wer’s glaubt, bekommt ’ne Ikone für erwiesene Überzeugungsstärke … eine wissenschaftliche Aufarbeitung dieses russischen Info-Wars, dem große Teile der Linken und nahezu geschlossen die Rechte wie verblödet hinterherhecheln, findet sich übrigens hier:

„This text is an attempt to reconstruct an outline of the information warfare theory based on the writings of the leading representatives of Russian geopolitics, Igor Panarin and Aleksandr Dugin.“

Hier noch ein Hinweis auf einen weiteren Artikel zum Thema ‚Information Warfare‘ (via hardy). Und meine Achtung gehört all den Leuten, die diesen Krieg ‚against all odds‘ aufnehmen: „My War: Parting Words Before the Long Road“.

Oligarchie

Von ‚einem Oligarchen‘ zu sprechen, so wie es jetzt viele angesichts des ukrainischen ‚Schoko-Königs‘ tun, macht logisch keinen Sinn: Ein Einzelner kann nicht zugleich Wenige sein. Der Begriff kennt gar keinen Singular, man sagt auch nicht ‚ein Leut‘ oder ‚ein Elter‘, weil’s auch Bullshit wäre. Im Wortsinn meint Oligarchie schlicht eine ‚Herrschaft der Wenigen‘, ein Begriff, der annähernd dann doch eher auf das Janukowitsch-Regime zutraf, wo sich einige wenige ‚Familien‘ die ganze Macht und den ganzen Reichtum eines Landes unter den Nagel gerissen hatten.

Auch ist der Begriff ‚Oligarchie‘ nicht notwendigerweise mit Reichtum verbunden. Ein ‚Triumvirat‘ wäre bspw. die kleinste Organisationform einer ‚Oligarchie‘, geschichtlich aber war bspw. das Triumvirat nach dem Sturz der Jakobiner keine Veranstaltung von Reichen, und selbst Napoleon, Teil dieser ‚Minimal-Oligarchie‘, hat sich zu der Zeit noch vorwiegend am Ruhm ‚bereichert‘.

Wer also eine ‚Herrschaft der Reichen‘ meint, der möge bitte den korrekten Begriff einer ‚Plutokratie‘ wählen. Das Wort ist nazistisch kontaminiert – ich weiß. Wer es benutzt, ist deshalb immer gleich in schlechter Gesellschaft. Wie wär’s mit den ‚Happy Few‘?

Selbststilisierung

Das ist wohl die Untertreibung der Woche, die dort ein Info-Warrior aus dem gelenkten Kommentariat ins Netz stellt:

„Freiwillige versuchen die Informationen außerhalb des russischen Netzbereichs weiterzureichen.“

Was meint er damit wohl? All die gefaketen Bilder von weinenden kleinen Mädchen, die aber nicht aus Luhansk, sondern aus Aleppo stammen, die zusammengestoppelten Bilder vom ‚brennenden Donezk‘, die ‚christlichen Pilger‘, die im erstürmten Flughafen geröstet worden sein sollen? Wer wissen will, wie ‚dreckig‘ es in diesem Info-War zugeht, der möge sich auf diese Seite bemühen … an die ‚Freiwilligkeit‘ glaube ich angesichts dieser Desinformationsschleudern nicht eine Sekunde. Das ist ‚Paid Spam‘, frisch auf den Tisch von ‚Info-Thugs‘ …

Auch ein Beitrag

Der Großvater meiner Frau war kein angenehmer Mensch, er war ein Familientyrann und Choleriker, der bis zur Rente dann bei der Bremer Straßenbahn arbeitete. In einer unserer ‚Kruschtelkisten‘ fanden wir neulich sein Erinnerungsbüchlein an den Ersten Weltkrieg. Als Pionier war er zunächst an der Ostfront einem Telefontrupp zugeteilt, nach dem ‚Frieden‘ von Brest-Litowsk ging es ab nach Flandern. Nach Kriegsende wurde er ein überzeugter ‚Stahlhelmer‘ und damit Teil der ‚Harzburger Front‘, 1945 wurde er als bloßer ‚Mitläufer‘ eingestuft. Direkt ein Nazi war er wohl nicht, wohl aber ultranational bis auf die Knochen. Hier drei Bilder aus diesem Kriegstagebuch:

Titel

Bild 1

Bild 2

Das letzte Bild zeigt dann das immerwährende ‚Resultat‘ aller Kriege. Laut Bilderläuterung handelt es sich um tote Russen, die einen Sturmangriff über den vereisten ‚Narotschsee‘ versucht hatten.

Er muss das ja wissen

I think that right now the People’s Republic of Donetsk is in anarchy. Lawlessness. People who previously fought, as they say, for idea, now, after they got the guns, are simply robbing people, take their money and cars. They are involved in blackmailing and robberies.“

Warum bloß lautet sein Kriegsname ‚Psycho‘? Manchmal denke ich ja, der Vladimir Putin als sparsamer Haushälter, wo er schon nicht offen einmarschieren mag, der entsorgt stattdessen das gesamte kriminelle Milieu Russlands im Donbas. Volkswirtschaftlich sicherlich eine probate Methode, die viel Geld für Lager und Gefängnisse spart, das erwünschte Chaos erzeugt es zudem … und wie das dann so ist – feige sind solche Leute natürlich auch, schließlich geht’s ihnen um die Sore, und nicht um die Sache:

„Russian-backed militants in the city have been using stolen ambulances to move personnel and to transport weapons and ammunition, stated counter-terrorism spokesperson Vladyslav Seleznyov. “Using vehicles with red crosses on the sides contradict morality and human ethics,” said Seleznyov.“

Ich würde sogar sagen, es widerspricht der Haager Konvention. Für wahre ‚Freiheitskämpfer‘ muss diese polizeifreie Zone allerdings einem Paradies gleichkommen:

„Marauders looted a Metro Cash & Carry hypermarket located near the Donetsk International Airport sometime after May 26 when management temporarily closed the store for customer and employee safety reasons, Olesya Olenytska, a spokeswoman for the German company’s Ukraine office told the Kyiv Post. … Segodnya.ua reported that the store robbery was carried out overnight on May 29 by members of the so-called Donetsk People’s Republic, a group that wants to secede from Ukraine.“

‚Guck mal, Igor, Jim Beam Black Label …‘ – Die Rhetorik im Info-War wird derweil immer aberwitziger:

„So machte der Sender nun einen „territorialen Genozid“ im Südosten der Ukraine aus.“

Was um Himmelwillen soll das nun wieder sein? Wird etwa das Territorium Novorossijas von diesen pösen ‚Kiewer Faschisten‘ versenkt – oder wird es doch eher in die Luft gesprengt. Und die erwünschte Realität wird dann gern schon mal ‚zurechtgephotoshoppt‘ – meine Damen und Herren, hier sehen Sie brennende Ölfelder mitten in Donezk:

However, there was no such fires in Donetsk. The citizens of Donetsk, who are the events eyewitnesses, further prove this. The obvious staging of the photo and its film like view drive to the conclusion that the picture was forged in Photoshop.“

Und ob ein Video, dass die Grausamkeit dieser Faschisten zeigt, gar nicht in der Ukraine entstand, sondern in Syrien, ist dann auch schon egal. Assad, Yazenjuk, Hitler, für russische Staatsmedien ist das alles eine Soße – heute kommt in Moskau alles in die Wurst. Irgendeinen Grund, zu intervenieren, muss man ja sich ja zusammenfaken. Die Fälscherwerkstatt läuft deshalb auf Hochtouren. Die anwachsende Lügenlawine deutet für mich darauf hin, dass dies auch nicht mehr lange dauern dürfte. Diese blöde ATO macht ihnen ja sonst die besten Verbrecher platt. Die werden doch später anderswo noch gebraucht … oha und süsswoll:

„Tausende russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine.“

Das sind dann wohl diejenigen, die Putin abgezogen hat … und in Donezk übernehmen vorsorglich schon mal die Tschetschenen das Kommando:

„A major part of the Chechen Battalion “Vostok” came to the building. … They came on APCs and KAMAZ trucks, surrounded the building, rushed inside and forced all supporter of the People’s Republic of Donetsk to leave the place.“

Tscha – Machtwechsel bei der Mafia. Eine in einem ‚(rechts-)freien Referendum‘ vom Volk der Ostukraine gewählte ‚Regierung‘ wird so einfach mal eben abgesetzt? Ogottogott, Zustände sind das – schlimmer als auf dem Maidan! Da dürfte jemand wohl diesen Putschilin demnächst tot im Straßengraben finden. Aber das waren dann ja mal wieder die pösen Faschisten aus Kiew – und die Bevölkerung darf bestimmt bald über den Anschluss an Tschetschenien abstimmen … und beim Anblick der Kalaschnikows wird sie das auch freudig tun. Unter anderem ging’s aber wohl auch um die Beute:

„The confrontation ended with the militiamen seizing the looted goods and bulldozing the barricades that have lined the building since early April, when the self-styled Donetsk People’s Republic announced its formation.

Der schöne Plasma-Fernseher – nu isser wieder weg!

Ein Journalistenhasser?

Wenn die Leser wüssten, welche zum Teil widerlichen Figuren im Journalismus rumturnen und was für Taugenichtse solche Artikel schreiben, dann kämen bei ihnen einige Fragezeichen auf“, sagte Bollmann dem Schweizer Medienmagazin Persoenlich.com. Er fügte hinzu: „Selbst haben sie ihr Leben nicht im Griff, noch nie irgendwann, irgendwo für irgendetwas Verantwortung übernommen und erlauben sich, mit primitiven Artikeln über Menschen zu urteilen, die sie nicht kennen und mit denen sie nie gesprochen haben.“

Ach, ih wo, das ist natürlich kein Journalistenhasser – dieser Mann mit den kernigen Ansichten kommt von der ‚Basler Zeitung‘ und sollte Verlagsgeschäftsführer der WAZ werden. Und da muss das Gesocks vor den Monitoren doch schon mal wissen, welche Wertschätzung es künftig genießt.

Schade, dass irgendwer im letzten Moment noch die Notbremse zog. Denn den nachfolgenden Affenzirkus hätte ich mir wirklich gern angeschaut. Was aber Verleger motiviert, die denkbar ungeeignetsten Figuren ernsthaft für solche Führungspositionen in Erwägung zu ziehen, das lässt mich dann doch an diesem ehrenwerten Berufsstand zweifeln. Und wenn die Leser wüssten, ‚welche zum Teil widerlichen Figuren‘ Verlegerhirne inspirieren können … ach, lassen wir das. Es geht doch immer um möglichst viel Zeilen für möglichst wenig Geld. Das Publikum wird’s schon fressen … denken sie, vernagelt wie sie sind.

Zur Versachlichung:

Staerke

Mit anderen Worten: Kaum ein anderes europäisches Land ist derzeit so weit von ‚faschistischen Tendenzen‘ entfernt, wie gerade die Ukraine …

Kämpfer aus dem Kaukasus

Dass der angebliche ‚Volksaufstand‘ in der Ostukraine – mangels Beteiligung – zu einem Söldnerkrieg mutiert ist, bestreiten noch nicht einmal die Söldner selbst:

“Our president [Ramzan Kadyrov] gave the order. They called us and we came,” one of the fighters, a 33-year-old named Zelimkhan, said. He added that the unit was called the “dikaya diviziya”, or savage division. The men said one of their group had been killed and four seriously injured in the Ukrainian military’s air strike on the Donetsk airport on Monday as government forces sought to recapture the facility from separatists “They’ve killed one of our guys and we will not forget this,” said Magomed, a 30 year-old Chechen fighter with a wolf tattooed across his chest. “We will take one hundred of their lives for the life of our brother.”

Tscha, Magomed, ein muslimischer Angeber mit orientalisch angehauchter Phantasie – und wer wären diese ‚they‘, von denen dieser ‚call‘ kam? Interessante Frage – was mich gleich auf eine zweite Frage bringt, weshalb es ausgerechnet Muslime aus dem schönen Tschetschenien sind, die hier diesen russisch-orthodoxen Christen zu Hilfe eilen? Die Antwort: Vermutlich Geld, Weiber und Beute …

Dazu muss man ein wenig weiter ausholen: Nachdem Russland unter Jelzin und Putin zwei Nahezu-Ausrottungskriege gegen Tschetschenien geführt hat, installierte es in Grosny einen gehorsamen Satrapen, den Ramsan Kadyrow, der – glaubt man amnesty international – dort auf russischem Boden eines der blutigsten und sadistischsten Regimes dieser Welt ungestört aufbauen konnte – in Erbpacht. Unter der Parole ‚Kampf dem Islamismus‘ hat er jetzt geostrategisch den ‚Bauch des russischen Bären‘ am Kaukasus vor den ‚Djihadisten‘ zu schützen. Dafür darf er ungestört und nach Gusto die Restbevölkerung kujonieren – unter einer Bedingung: dreimal in der Woche muss er der russischen Regierung die Kimme schlecken. So ungefähr jedenfalls … und täte Kadyrow das nicht, wäre er schneller weg vom Fenster, als er ‚Piep‘ sagen kann. Diplomatischer ausgedrückt: Russland sichert seine muslimische Südgrenze mit Hilfe eines Schreckensregimes.

Die Instrumente dieses Regimes sind – ähnlich den ‚Chaptern‘ einer Rockerbande – jene Milizen, von denen sich eine dort oben als ‚Savage Division‘ vorstellte. Es sind also keine russischen Truppen, sondern Kadyrows ‚Privatarmee‘. Bezahlt wird die Vostok-Truppe wohl entweder weiterhin von Kadyrow oder vielleicht auch von Viktor ‚Ohneland‘ Janukowitsch. Dass Russland die Knall-Chargen direkt bezahlt, kann ich mir hingegen kaum vorstellen, die sind derzeit doch eher auf Diskretion bedacht. Außerdem wären da ja noch Technik, Weiber und Wodka – wie es sich beim militärisch völlig sinnlosen Abfackeln des Eishockeystadions in Donezk zeigte. Erst wurden die Plasma-Bildschirme, die Computer und alles, was das kleine Söldnerherz begehrt, herausgetragen, dann erst brannte die Hütte …

Kurzum: Wir haben es wohl mit einem klassischen ‚Stellvertreterkrieg‘ zu tun. Weil Kräfte in Russland es nicht als opportun erachten, direkt militärisch einzugreifen, werden kaukasische Söldnertruppen vorgeschickt, deshalb, weil diese feigen ‚Ostukrainer‘ sich nicht für ein niegelnagelneues ‚Novorossija der alteingesessenen Mafia‘ schlagen mögen. Prompt geraten die Zugewanderten sich mit den örtlichen ‚Chaptern‘ in die Haare. Neue Sympathien in der Ostukraine wird den Veranstaltern dies sicherlich nicht eintragen, denn die ‚Schwarzen‘, also die Kaukasusbewohner, sind im slawischen Raum ähnlich beliebt wie bei uns Sinti und Roma. Immerhin haben sie Geschmack, sie residieren gern im besten Haus am Platz:

„A group of Chechen terrorists set their positions in “Ramada” hotel in Donetsk. Witnesses claim that there are lots of Chechen gunmen inside the hotel and a coupe of snipers on the roof of the building.“

Hier noch ein sehr abgeklärtes Interview mit einem ‚Eingeborenen‘:

„Ich bin sicher, dass mindestens die Hälfte von denen nach wie vor Unterstützung von Russland bekommt. Die anderen sind Kriminelle, die die Gelegenheit genutzt haben, um an Waffen ranzukommen. Jetzt plündern sie die Städte und setzen Gebäude unter Feuer wie den Sportpalast am Dienstag in Donezk. Aber natürlich behaupten sie immer noch, sie wären Separatisten, die edle Ziele haben, es gehe ihnen um Freiheit und so weiter.“

Ach so – wer sich jetzt fragt, wo die angedrohten weiteren Sanktionen bleiben, angesichts all der bezahlten Söldner, die ohne Kontrolle die russische Grenze überqueren, der frage getrost beim BDI nach. Ich habe gehört, dieses Instrument würde dort ‚gewartet‘ …

Nachtrag: Onkel Vladi ist übrigens gerade anderweitig beschäftigt: Er muss Abchasien heim ins Reich holen, wo’s mit dem Donbas schon nicht so recht klappt.

AfD-Wähler offenbaren sich

Manchmal fällt auch mir kein Text mehr ein … 😉

Nach dem Sieg geht’s auch schon wieder los mit dem Üblichen – der immerwährenden Spaltung der Rechten. Wie sagten Sie gestern, Herr Lucke, Ihre AfD sei doch eine ‚Partei der Mitte‘? Hallo? Diese Mitte geht Ihnen gerade stiften. Wäre die bekannte ‚Dame ohne Unterleib‘ denn da nicht die treffendere Bezeichnung?

„Kurz nach ihrem Einzug ins Europaparlament steht die eurokritische Alternative für Deutschland vor der Spaltung. Offenbar plant eine größere Gruppe von liberalen AfD-Mitgliedern, geschlossen die Partei zu verlassen. „Wir werden gemeinsam austreten, und wir werden viele sein“, sagte ein AfD-Funktionär.“

Trauer in Tschetschenien

The militants who were in the terminal have been almost completely destroyed,” Dmytrashkovskyy said. He noted that on May 26, during the military operation, militants repeatedly appealed to the Antiterrorist Operation (ATO) leadership ”with requests for negotiations”. “Especially ‘Abver’ (Serhiy Zdrylyuk, the right hand of Igor Girkin, aka ‘Strelok’) made the appeal several times and tried to reach an agreement on rescue and exit from Donetsk,” Dmytrashkovskyy said. He announced that so far there is no confirmed data on losses among the ATO forces. He also reported that, according to the militants themselves, more than 150 militants were killed and 300 wounded during the military operation.“

Die Zahlen könnten ein wenig übertrieben sein, aber von Moskau und ‚Russia Today‘ lernen, heißt bekanntlich, sich erwünschte Informationen passend zu schnitzen (Update & Korrektur: Die Abenteurer berichten jetzt selbst von mehr als 200 gefallenen ‚Kämpfern‘). Trotzdem, ich tippe künftig auf ein verstärktes ‚Einsickern‘ von Freikorps-Truppen, aber diesmal von West nach Ost. Der Spuk dürfte sich schon bald ‚verdünnisieren‘, um fortan in Russland nach dem ‚easy way of life‘ zu suchen. Blöd für die örtliche Mafia, no place to run … mein Gott, wie drückt bloß dieser ukrainische Blogger seine inhumanen Gefühle aus:

„Just when you think you’re the biggest and baddest, someone drops a 500 lb bomb on your head. When the vipers hole up in a nest (building), one strike takes out all of them. Ukraine is well on the way of darwinizing many of the criminals that decided open extortion was a terrific new line of work. Between ridding the country of criminals and the alcoholics that went for the easy buck, Ukraine will be much better off. Let the eradication continue until Putler and his minions can’t get anyone in Ukraine to answer the phone.“

Andererseits – auf wessen Seite ist denn da die Inhumanität eher zu suchen?

„Der Separatisten-Anführer Pawel Gubarew teilte mit, ein Lastwagen mit verletzten Kämpfern sei vom ukrainischen Militär beschossen worden, als er vom Flughafen in ein Krankenhaus unterwegs gewesen sei. … Ein Donezker Bürger berichtete, das Fahrzeug sei von einem Kampfhubschrauber beschossen worden. Zuvor hätten Separatisten aus dem Lastwagen heraus Menschen auf der Straße wahllos erschossen – angeblich, um die getöteten Zivilisten als anti-ukrainische Propaganda im russischen Staatsfernsehen zu zeigen.“

Das wäre folglich kein Krankenwagen mit Rotem Kreuz gewesen, sondern gewissermaßen ein Übertragungswagen des russischen Fernsehens – live auf Sendung … und die Schlagzeile könnte ebensogut lauten: ‚Ukrainischer Kampfhubschrauberpilot rettet das Leben von Zivilisten in Donezk‘. Auch der ‚Krieg der Bilder‘ benötigt Menschenleben:

„Serhiy Popov, one of the leaders of the Citizen Platform, gave a video interview during the Savik Shuster studio talk show, in which he stated that terrorists from the so-called “Donetsk People’s Republic” while driving from the airport to the Donetsk city center in a KAMAZ military truck were shooting in all directions at all people that they met on the way. The aim was to create a picture for Russian TV channels, showing purported atrocities of the Ukrainian special forces during the anti-terrorist operation in Donetsk. After the anti-terrorist Center received this information, a Ukrainian military helicopter caught up with this truck and destroyed it. Separatis minivans came to pick up corpses of killed DPR terrorists, as well as corpses of civilians that they killed in order to present them to Russian TV channels as civil victims of the Ukrainian special forces. One can not exclude that under such a pretext Russian “peacekeepers” could invade Ukraine to protect the “civil” population from the would-be atrocities and genocide allegedly performed by Ukraine’s special forces. It seems that once again terrorist brutal killings were coordinated with the needs of Russian media.“

Darum könnte es tatsächlich gehen – auf jede Weise versuchen sie mit selbsterlegten ‚Potemkinschen Leichenbergen‘ jetzt TV-gerechte Anlässe zu schaffen, die einen russischen Einmarsch begründen könnten. Wie alle ferngesteuerten Kommentatoren dann losjodeln werden, das kann ich mir schon lebhaft vorstellen:

„Right now antiterrorist operation is in its most active phase, which means terrorists will use any methods to discredit Ukrainian soldiers and make them look mad. Today a group of separatist killed civilians in Novoaidar just because they refused to help terrorists. Also, some journalists claim that in Donetsk terrorists receive the very same command and while driving on a truck, shot at anyone they saw on their way. Later on Russian media were supposed to cover that news in a bad light and tell that these were Ukrainian soldiers.“

Ich bin mir sicher, unser organisiertes Kommentariat wird dieses gestellte ‚Wüten der ukrainischen Soldateska‘ auf dem Set schon bald gebührend zu würdigen wissen. Sie sollen sich aber keine Illusionen machen, auch sie haben damit Blut an den Händen. Wer Interesse an diesen ach so eindeutig gekennzeichneten ‚Krankentransportern‘ hat – hier sind zwei zu sehen. Tscha, es sieht so aus, als würde die Dalton-Bande jetzt aus der Stadt gejagt … die übrigens selbst zugibt, dass sie aus dem schönen Tschetschenien stammt:

„Now there is no doubt that Russia sent a squad of Chechen gunmen to Ukraine in order to destabilize current situation and attack Ukrainian armies and self-defense forces. These Chechen have great war experience from Chechnya and are very dangerous. Also, they are a part of the Chechen people based battalion “Vostok” that now shows activity on the territories of eastern regions.“

Derweil hat auch die Jesse-James-Gang dieser Dalton-Bande den Krieg erklärt – alles endet so, wie es bei den Ultrarechten immer endet, in gnadenlosen Machtkämpfen:

„Luhansk Peoples Republic declares war on Donetsk Peoples Republic: … On LPR’s territory Denis Pushilin and his inner circle are considered to be traitors and persona non grata. According to the laws of war, as traitors to their own people, they are subject to liquidation,” said the head of the LPR. He added that he considers the head of the DPR an outlaw and declares war on him.

Nun ja, Bürgerkrieg, aber anders als gedacht: General Wlassow aus Tschetschenien kämpft jetzt gegen Kapitänleutnant Ehrhardt aus dem Kaukasus – und alle beide bekommen von der ukrainischen Armee mächtig was auf die Glocke. Dennis Putschilin möchte ich jetzt wirklich nicht heißen. Apropos: Janukowitschs Plan für den Angriff auf den Maidan – bekanntlich der Kulminationspunkt des Konflikts – wurde jetzt hier als Dokument ‚geleaket‘: „… It is planned to involve up to 10 000 combatants of the Internal Troops and around 12 000 militiamen and 2000 of them Berkut militiamen. …“

Am Rande – hier ein schöner Kommentar fürs Russia-Today-Kommentariat beim ‚Standard‘. Erst kam dort dieses ‚Scusi‘: „Verzeihung, der erste Link wurde 2mal gepostet.“ Prompt kam die gebührende Antwort: „Macht nix. Klickt eh keiner an.“

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