Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: Februar 2014 (Seite 2 von 6)

Und tschüß!

Was war passiert? Friedman versuchte die AfD mit ihren eigenen Aussagen zu entzaubern. „Die Frage, um die es geht“, sprach Friedman Lucke direkt an und leitete damit den dann folgenden Eklat ein: „Die AfD sieht sich immer als Opfer und sagt: Wir tun das, was andere Parteien nicht mehr tun. Wir sprechen doch nur die Ängste der Bevölkerung aus. Ihre Europawahl-Kandidatin Beatrix von Storch sagt: ,Multikulti hat die Aufgabe die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.‘ Wenn das nicht Rassismus ist, was ist dann Rassismus?“

Daraufhin entfloh der Herr Professor Lucke vor laufender Kamera. Man muss ja den Friedman nicht mögen, aber unser ewig abwiegelndes und missverstandenes Stück Flutschseife zu einer solchen Reaktion zu treiben, das ist doch aller Ehren wert …

Piraten als Krawallforum

Nächste Eskalationsstufe. Auftritt Schramm, Höfinghoff und Freunde. Feixend und johlend mit bekannten Parolen haut man in die von Helm geschlagene Kerbe, nennt es Twitterdemo. Kritik daran führt dazu, dass man zum Eichmann-Fan und Nazi gemacht wird.“

Bei diesem hirnfernen Hühnerhaufen namens ‚Piratenpartei‘ wundert mich schon längst nichts mehr. Die sind glücklich auf dem ‚Diskussionsstandard‘ gewisser Blökforen angekommen, kurz bevor es wegen Selbstgefährdung einweisungspflichtig wird. Nur dass es bei den Piraten doch eher laut gackert als kräht. Wenn die jemals nach der Macht greifen sollten, dann wäre bestimmt keine mehr da: Maximal 0,5 Prozent, aber nur wenn die Sonne scheint und zugleich die Sterne am Himmel stehen. Schon ist es wieder vorbei mit der erträumten Funktionärslaufbahn, pardon FunktionärInnenlaufbahn  …

Spiegelfechter-Erfahrungsbericht

Zwei Tage lang habe ich mich zum Thema ‚Ukraine‘ ins Spiegelfechter-Forum gewagt, aus purer Abenteuerlust. In gleich zwei Threads versuchte ich, dort etwas Vernunft in die – öhem! – ‚Argumentationen‘ einzuspielen.

Immerhin weiß ich jetzt Dinge über mich, die mir vorher noch nicht einmal schwanten: dass ich ein ‚Nazi‘ sei, ein ‚Bandera-Knecht‘, ein ‚Troll‘ sowieso und generell nicht ganz richtig im Kopf. Hier einige Erfahrungssätze, die ich dort aus meiner Fetzerei mit Autonomen, Aparten und russischen Astroturfern gewann:

– Tritt niemals auf den stolzen Maulwurfshaufen, den sich jemand dort errichtet hat.

– Bezweifle auch die dollsten Behauptungen unter keinen Umständen.

– Äußere keinesfalls, dass du auf dem Maidan auch andere Leute als nur ‚Nazihorden‘ gesehen hättest.

– Frage nie nach Links oder Belegen. Meist sind sie sowieso in Kyrillisch verfasst.

– Gib nie technische Hinweise, dass ein Scharfschützengewehr bspw. doch gar nicht für Gummigeschosse geeignet sei.

– Betrachte die Fakten lieber als eine Art Sand, den du dort nach Belieben in dein Backförmchen pressen darfst.

– Nimm genügend Verkleidungen mit, denn man wird dich im Minutentakt ‚enttarnen‘.

– Erkenne in jedem Abzeichen auf dem Platz gleich die SS-Rune oder ähnlich Schlimmes – auch wenn dort nur ‚WC‘ steht.

– Sage nie, dass all das Getöse dort, bis in die Wortwahl und Argumentation hinein, doch haargenau einem rechten Forum gliche.

– Halte jede URL, die auf .ru endet, für den Hort ewiger Wahrheiten.

– Merke dir, das hinter allem der CIA steht, mindestens aber die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Euer Masochist, Safarileiter und Nazi,
Klaus

Nachtrag: Sü – und nun habe ich beim ‚Spiegelfechter‘ Schreibverbot. Auch gut – das ist eben eine geschlossene Gesellschaft, die kriegen mit ihren langen Ohren bei Luftzug und anderen Tönen Ohrensausen.

Aktualisierte Sprichwörter

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff: „Auch an den beiden Kiewer Flughäfen Borispol und Schuljany, wurden am Donnerstag mehrere Spitzenpolitiker der Partei der Regionen von Präsident Janukowitsch gesehen.“

Jetzt auch für High-Heels!

Und heute Nacht? Haben die US-Behörden die Fluglinien vor einer Terrorbedrohung durch neuartige Schuhbomben gewarnt. Es gebe jedoch keine spezifische Bedrohung, zitieren amerikanische Medien US-Regierungsmitarbeiter.“

Gut, dass es die NSA gibt, die solche Schrecken konsequent aufklärt …

Die großen Toren von Kiew

An unsere KGB-Feldwebel

Also an die, die hier so brav und zynisch alle einschlägigen Foren mit ihrem Gebrabbel verfüllen: Es ist doch erstaunlich, dass das tapfere Volk der Ukraine, das – euch zufolge – in seiner überwältigenden Mehrheit den großen und weisen Führer Janukowitsch anhimmelt, dass diese Mehrheit in einer spontanen Aufwallung des Zorns solch ein paar ‚Faschisten‘ und ‚Agenten des Westens‘, alle nur bezahlt von der Konrad-Adenauer-Stiftung [sic!], nicht schon längst vom Maidan gefegt hat, wo doch diese schlappe Präsidentengarde und die sanftmütigen Titushki das schon nicht hinkriegen.

Hier übrigens ein ganz schröckliches Bild von diesen ‚Faschisten‘ ( http://bit.ly/1m8MSTn ). Und dann noch ein Text für den ach so engagierten ‚Westen‘, der ja immer so ‚besorgt‘ ist:

What does it mean for the EU?

You are dealing with a bunch of murderers who seized power in Ukraine.

You cannot fight a system soaked through with Soviet-type corruption and kleptomania by only expressing concern and disgrace.

Sanctions on officials, their business sponsors and legislators responsible for violent crackdowns on mass protests in Ukraine are one of the measures you can take.

A failed state at your borders is a direct security threat for you.

If you think the best way-out is to leave the solution of the crisis to Russia – you are deeply mistaken. Its appetite does not stop at the Polish-Ukrainian border.

Euromaidan’s fate will have serious international repercussions. It’s not only about Ukraine. It’s about you, the EU, and your ability to defend values the Union stands for. Or at least used to.

To me, like for the majority of Ukraine’s protesters, it seems quite ironic and paradoxical, that non-EU citizens have to remind the EU of this.“

Die Gegenseite ist weniger konstruktiv (aus dem ‚bürgerlichen‘ Zeit-Kommentariat gefischt, nur einer von zahllosen ähnlichen Kommentaren):

„Die Ukraine sollte sich ein Beispiel an China nehmen……einmal hart durchgreifen, Ziel erreicht. Nach wie vor wird China vom Westen hofiert. Und Zeit sich die Zeit und andere totzuschlagen, haben die Leute dort auch nicht.“

Tscha – und schon wäre wohl wieder alles ‚gut‘. Hauptsache, die Straßenbahn fährt … und im Falle eines Falles wird der Livestream einfach mal wieder abgeschaltet, weil die GEMA bei der Musik im Hintergrund eine ‚Verletzung deutschen Urheberrechts‘ vermutet.

Im Windschatten von Sochi

Eigentlich der ideale Zeitpunkt, um ‚Ruhe und Ordnung‘ auf dem Maidan wiederherzustellen …
Nachtrag: Prompt geschieht’s.

No Names (16)

Keine Musikrichtung ist jemals so richtig tot. Auch nicht der Psychedelic Rock – sogar die Sitar düdelt fort wie einst im Mai. Dazu sehen die Jungs von ‚Siena Root‘ auch noch so aus, als hätten die frühen Jethro Tull ordentlich Haarwuchsmittel eingeworfen. Fast eine Zeitreise also …

Heuschrecklich – Deutsch

Wir haben eine Ölraffinerie gekauft, upgegradet und verkaufen sie jetzt wieder.“ Wir lernen – ‚ausschlachten‘ heißt auf heuschreckisch ‚upgraden‘.

„Um eine große Transaktion zu closen.“  Aha – ‚über den Tisch ziehen‘ gleich ‚closen‘. Wieder was gelernt.

Sein „nächstes Target“ ist „ein börsennotiertes Unternehmen.“ Alles klar – ‚Target‘ bedeutet ‚Opfer‘.

Und das Leben, meint Schweickhardt, sei „ein lebenslanger struggle“ . Okay, das war nicht anders zu erwarten – ’struggle‘ heißt also ‚durch die Gegend jetten‘.

Ein lohnendes Target wäre sicherlich auch sein Hirn, um dieses nach einem Closing upzugraden, um es später einem der anderen Struggler als Performance-Wunder anzudrehen. Oder um es auf dem Jahrmarkt zur Schau zu stellen.

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