Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: Juli 2013 (Seite 1 von 4)

Vom Tuten und Blasen …

Dass die ‚Welt‘ Bord an Bord mit PI und anderen Giddelschiffen der Netzwelt durchs Leben segelt, ist längst bekannt. Ein solch recherchebefreiter Artikel aber, wie ihn der Alan Posener jetzt auf ‚Welt Online‘ einstellte, ist mir noch selten begegnet. Deutsche Kinderlein würden irregeleitet, weil in einer Broschüre der Regierung gar nicht vom ‚muslimischen Antisemitismus‘ die Rede sei:

„Ein Aufklärungsheft über Rassismus verschweigt den muslimischen Rassismus und Antisemitismus. Böse sind nur die Europäer. Gefördert wurde das Machwerk vom Ministerium für Arbeit und Soziales.“

Im Folgenden versteigt sich Posener tief in die Geschichte, besonders in die mittelalterliche – was er besser gelassen hätte. Zwar ist es richtig, dass es in der muslimischen Welt die ‚Dhimmis‘ gab, tributpflichtige Bürger anderen Glaubens also. Das, was die aber zu bezahlen hatten, reichte nicht im entferntesten an das Zehntsystem abendländischer Herzoge, Kirchenfürsten und Ritter heran, mit dem die ihre Bauern auf ihren Lehen versklavten. Die Vertreibung der Juden aus dem zuvor muslimischen Spanien, der Zug der Sephardim also, der setzte nach der Reconquista ein, als nicht länger die toleranten Muslime dort regierten, sondern christliche Herrscher den Juden blutig nachstellten (nach dem sog. Alhambra-Edikt).

Besonders begehrt waren im Morgenland allerdings ‚weiße Sklaven‘. Gejagt wurden diese vor allem im slawischen Raum, und zwar von den Sachsen und Franken, die daraus ein lukratives Monopol machten. Prag und Verdun waren die Zentren dieses Handels mit ‚weißer Ware‘, wo die gefangenen Männer vor dem Export sogar zu besonders begehrten ‚Eunuchen‘ verschnitten wurden, und zwar massenhaft. Historiker sagen, dass die abendländischen Sklavenjagden ganz wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung Europas seit dem elften Jahrhundert beigetragen hätten. Versklavte Bauern also, Sklavenjagden, Zubereitung der gefangenen Sklaven für den Export – das frühe Mittelalter war im Abendland eine Ökonomie, die ganz wesentlich auf dem Sklavenhandel beruhte. Und zwar gleichzeitig mit jener arabischen Ökonomie, über die der Posener dort so herzzerreißend barmt.

Zu ergänzen wäre, dass ‚Sklaven‘ im muslimischen Raum keinesfalls völlig entrechtet waren, also keineswegs so, wie bspw. im Plantagensystem der amerikanischen Südstaaten später die Neger zu einer ‚Ware‘ gemacht wurden. So wurde aus einer Sklavin samt ihren Kindern bspw. dann automatisch eine ‚Freie‘, wenn ihr Herr gestorben war. Die Freilassung eines Sklaven galt auch als überaus gottgefälliges Werk, Übeltäter wurden vielfach zur Freilassung von Sklaven verdonnert. Die Mamelucken (mamlük = Sklave) errichteten in Ägypten, mitten in der muslimischen Welt, für viele Jahre sogar einen unabhängigen ‚Sklavenstaat‘. Was wiederum nicht heißen soll, dass diese Sklaven nicht ihre Mitsklaven wiederum so versklavten, wie heute ein Hühnerbaron seine Osteuropäer.

Während die christlichen Ritter damals also ungeniert andere Christen versklavten, durfte ein Muslim niemals einen anderen Muslim versklaven. Die Furcht vor der Versklavung war deshalb sicherlich eines der wirksamsten Instrumente bei der Ausbreitung des Islam, das ist zweifellos richtig. Weil nur ein Übertritt vor der Gefahr dieser Sklaverei wirksam schützte. Aber es war eben kein ‚Rassismus‘. Denn ein Muslim war immer ein Muslim, egal ob schwarz, weiß oder braun – also unabhängig von seiner ominösen ‚Rasse‘.

So merkbefreit rattert Poseners Text munter weiter – wobei ich mich frage, was diese Ausflüge ins tiefste Mittelalter uns eigentlich beweisen sollen. Der verschlagene Muslim wäre schon immer böse gewesen? Der ‚Antisemitismus‘ nämlich ist, wie der ‚Rassismus‘ auch, eine Ideologie der Moderne – und er wurde in Mitteleuropa erfunden (vgl. Hannah Arendt z.B.). Zuvor wurden Juden, Muslime, Christen oder generell die Heiden der jeweils einen oder anderen Religion ausschließlich deshalb verfolgt, weil sie an etwas anderes glaubten, oder aber, weil in ihren Häusern der Pöbel Beute zu machen hoffte. Später erst wurden sie deshalb massakriert, weil sie anderen ‚Blutes‘ waren, was immer das heißen soll.

Kurzum: So ist Posener, so ist auch die PI. Geschichte ist denen nur das, was ihnen in den Kram passt … ihnen sei gesagt, dass muslimische Jugendliche zwar hie und da antisemitische Stereotype übernehmen mögen, vor allem in den beliebten ‚bildungsfernen Schichten‘, zunehmend radikalisiert und politisch pseudo-legitimiert auch durch die israelische Landnahme, dass aber der Antisemitismus mitnichten eine unveränderliche muslimische Eigenart ist, deren Ursprung irgendwo im Koran zu suchen sei. Da hat unser Petrus den weitaus stärkeren Stoff zu bieten. Der zunehmende Antisemitismus im arabischen Raum ist ein abendländischer Exportschlager, beginnend im späten 19. Jahrhundert …

Steh auf und wandle!

Ein weiterer Auszug aus meinem heranwachsenden ‚Bauernroman‘. Beim Schreiben erstaunt mich am meisten, dass die Figuren sich mehr und mehr selbstständig machen. Sie entwickeln ihren eigenen Kopf, sie tun dies und reden das, und ich als ‚erfindender Chronist‘ muss mich ihren Erlebnissen nur noch an die Hacken heften. Wollte mich jemand nach einem Exposé zu diesem Text fragen – ich hätte keins, weil ich selbst noch nicht weiß, wie und wo das alles mal endet.

„… Dann, auf der Rückfahrt, erreichte Karshüsing die Radionachricht von der explodierten Biogasanlage in Völlersode.

Jenny stand mit Kienacker und Schmoll schon fassungslos vor der Szenerie, als Karshüsing dort eintraf. Der große Fermenter war geborsten, schwere Normteile aus Fertigbeton lagen wie ein Kranz um jene gurgelnde Grube, die einmal das Rührwerk enthielt. Weißer Rauch trieb über die Felder. Überall taumelten, vom Wind getrieben, zerfetzte Stücke aus grüner Zeltplane übers Gelände. Ein meterbreiter Strom aus duftender Gülle und Fermenterbrühe floss schäumend in Richtung Hülpe, deren Bachbett einige Kilometer weiter schon in die Aller mündete. Das Massenaufgebot freiwilliger Feuerwehren aus dem Landkreis spannte geschäftig rotweiße Bänder, um das Chaos zu sichern.

„Was für eine Scheiße!“, stöhnte Karshüsing. „Das kannst du aber wörtlich nehmen“, antwortete Jenny.

„Ah, ihr habt ihn also schon! Diese Terroristen von der ‚Bäuerlichen‘ haben uns das doch eingebrockt – mit ihrer ständigen Hetze.“ Puterrot im Gesicht war der alte Riethmüller auf die Gruppe zugestürmt und zerrte Kienacker wild am Ärmel.

„Nu mal halblang. Bisher weiß keiner, was los ist. Erst einmal geht es darum, die Schweinerei hier einzudämmen. Und lassen Sie den Mann los!“ Jenny löste den Griff des alten Mannes.

Karshüsing stoppte derweil Benno Köhlmann, den Leiter des Feuerwehreinsatzes: „Könnt ihr diese Riesensauerei denn nicht aufhalten?“

„Wie denn das?“, brüllte der zurück: „Oder seht ihr hier irgendwo Auffangbehälter, wie sie eigentlich vorgesehen sind? Nu is zu spät: Wat löppt, dat löppt!“

„Was denn für Auffangbehälter?“ Riethmüller redete sich mehr und mehr in Rage: „Die ganze Anlage ist TÜV-zertifiziert. Von Auffangbehältern stand da nichts.“

„Seit acht Jahren war ja auch kein TÜV mehr da, insofern wurden neuere Auflagen schlicht nicht erfüllt, du Hütchenspieler“, Kienacker geriet allmählich selbst in Wallung: „Da unten nämlich, du Umweltsau, da bachabwärts, da liegen meine Felder. Tränke ich meine Viecher jetzt mit deiner Suppe, dann sterben die mir alle ratzfatz an Nitratvergiftung. Du bist man bloß ein Giftmischer, dass du’s weißt!“

„Woart, ik wull di glieks,“ Riethmüller stürmte erneut auf Kienacker zu. Schmoll stellte sich dazwischen: „Nu kriegt euch beide mal wieder ein. Wir warten erst mal die Untersuchung ab, und dann wird alles irgendwie schon reguliert.“

„Dat seggst du!“ – mit der Wut verschwand auch Riethmüllers mühsam antrainierte Kenntnis des Hochdeutschen: „Wat de Schlaumeiers doar seggen deit, dat weet ik jümmers. De olle Swienegel, de Riethmüller, de hett sutjemäng use schöne Gegend mit sienen Schiet vergiftet – un schall nu ok betohlen. Aber doar töw man op!“

„Hast du denn keine Versicherung?“ Kienacker goss weiteres Öl ins Feuer. Karshüsing legte ihm sachte einen Finger auf die Lippen, um für Ruhe zu sorgen. Kienacker trollte sich und stiefelte zum Rand des Geschehens, wo die blauen LKW des Technischen Hilfswerks anrollten.

Hans Wohlers von der Polizeiwache ging an der Gruppe vorbei. Karshüsing winkte ihm zu: „Bring doch mal den Herrn Riethmüller zu den Sanitätern dort. Der Mann braucht jetzt ein wenig Ruhe.“

„Ik bruuk keene Ruhe, du Torfkopp. Ik bruuk Ergebnisse!“ Fritz Riethmüller zeterte lauthals weiter, ging aber mit dem Beamten mit.

„Puh, nur fürs Protokoll: Streithähne erfolgreich getrennt. Ein großer Erfolg professioneller Polizeiarbeit. Was nun?“ Jenny zeigte den gewohnten Galgenhumor.

„Naja, erst einmal gilt es wohl, die große Schweinerei hier in Grenzen zu halten, was aber kaum unsere Aufgabe ist. Als nächstes kommt dann die Spurensicherung. Und, je nachdem, haben wir die Versicherungen oder das LKA hier vor Ort.“

„Das LKA?“

„Klar, es könnte ja auch ein Anschlag sein …“

„Hältst du das für möglich?“

„Ich halte allmählich alles für möglich. Heute aber habe ich genug gesehen, für heute habe ich einfach nur die Schnauze voll. Das ist jetzt auch nicht mehr unser Beritt. Da müssen erst einmal die anderen ran. Komm, lass uns fahren …“

Unterwegs, nicht weit von der Allerbrücke bei Hinterrode, legten sie eine Pause ein und setzten sich auf den Deich. Der Fluss strömte schnell und silbern glänzend, einige der alten Weiden steckten ihre Füße ins wirblige Wasser, an den hängenden Zweigen zeigte sich erstes Grün. …“

Ganz nebenbei wurde ich inzwischen zum Experten für Ammoniumnitrat, resp. Blaukorn. Aus dem Nichts meines Hirns tauchte ein Bürgermeister auf, der Wirtschaftsenglisch schlimmer parliert wie einst Baden-Württembergs Oettinger usw. Eine LKA-Beamtin versucht’s derweil mit ‚weiblichem Charme‘. Alles dies aber entsteht nicht, weil ich es so will, sondern weil es mein Zoo von mir fordert. Ganz schön pfanni … und auch unheimlich.

Gleichfalls notiert.

Der Journalismus wird ganz von unten neu aufgebaut werden müssen – wie die Biobauern sich in der Welt industriellen Landwirtschaft durchgesetzt haben und sogar davon leben können.“

Ein guter Vergleich. Den anschwellenden Industrieton aus der großen Massenblatthaltung mit ihren notorisch überdosierten Ideologiehormonen mag ja niemand mehr hören. Das ist nur Lady-Gaga-Publizistik – deren Strategen denken auch, es ginge um die Klamotten, und nicht um Musik …

Notiert.

Mit Medien verbindet man Journalismus, und mit Journalismus Journalisten. Dabei ist etwa in einem Zeitungsunternehmen nur jeder sechste fest angestellte Mitarbeiter Journalist (Redakteur oder Korrespondent).“

Klein-Erna würde da doch glatt auf die Idee kommen, mal bei den fünf Sechsteln zu sparen, um stattdessen den journalistischen Anteil in lichte Höhen zu hieven. Wer aber ist schon Klein-Erna?

Die gute alte Zeit!

Springers jüngster Ausverkauf bei allen Printtiteln aus Döpfners verlegerischem Bauchladen sei – Gott bewahre! – „nicht der Untergang des Qualitätsjournalismus.“ Damit hat er schon recht, was nicht existiert, kann begreiflicherweise auch nicht untergehen. Wohl deshalb greift unser Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke zu einer Hilfskonstruktion – dieser ‚Qualitätsjournalismus‘ sei nur eine selbstgenerierte Worthülse für das eigene Geschreibsel, ein bloßer PR-Stunt also:

„Auf beiden Transportmitteln, Papier und Bildschirm, wird das gleiche Produkt angeboten, von dem wir selbstbewusst sagen, dass es Qualitätsjournalismus ist.“

Danke jedenfalls für diese notwendige Aufklärung (Hervorhebung von mir).

Qualitätsjournalismus wäre demnach so etwas wie ‚das weißeste Weiß Ihres Lebens‘ aus der Waschmittelwerbung, keiner Außenkontrolle und keinen Standards unterworfen, sondern schlicht ein Wort aus der Marketing-Abteilung – und damit auch völlig unabhängig vom Zuspruch aus dem Publikum. Es wäre nur ‚ein Produkt, das wir selbstbewusst Persil nennen‘.

Lustig ist die Pawlow’sche Volte, die der Christoph Schwennicke jetzt schlägt, um die nichtsdestotrotz flächendeckende Auflagenerosion trotz seines grassierenden ‚Qualitätsjournalismus‘ zu erklären. Der Leser sei falsch ‚konditioniert‘ worden, er sei ans Falsche gewöhnt worden – und zwar an jene beliebte ‚Umsonstkultur‘, die angeblich überall im Internet herrsche:

„Nein, die Demarkationslinie verläuft in Wahrheit nicht zwischen Print und Digital. Sie verläuft zwischen bezahlt und umsonst. Das Missverständnis, dies mit den Begriffen Print und Digital oder Online gleichzusetzen, hat seinen Ursprung darin, dass die Verlage einst online und umsonst gleichsetzten. Man begab sich ins Netz nach dem Prinzip „Erst mal dabei sein, dann sehen wir weiter“ und machte dabei den verhängnisvollen (vielleicht auch seinerzeit unausweichlichen) Fehler, im Zuge dieses Schrittes ins Netz die Umsonstkultur eingeführt und die Leser daran gewöhnt zu haben.“

Das Problem bestünde folglich gar nicht darin, irgendetwas an der real existierenden Schwundstufe eines boulevardisierten Journalismus zu ändern, nein, man müsse den Leser wieder ‚zurückführen‘ in eine gute alte Zeit, wo noch die Abonnements an jedem Straßenrand erblühten. Der Verleger müsse das Publikum am Patschehändchen nehmen, und ihm jenes wundersame Reich weisen, wo der wahre Content wächst und die Irrelevanz betörend duftet. Natürlich nicht umsonst:

„Verlage müssen mit [ihrem Qualitätsjournalismus] Geld verdienen können. Sonst wird es ihn nicht mehr geben können. Nicht, weil das Papier nicht mehr der primäre Botenstoff ist. Sondern, weil er dann nicht mehr zu finanzieren ist.“

Hmmm – die Verlage müssen also müssen können? Bewährt ist da doch Granufink! Ob aber die Journalisten damit noch Geld verdienen, scheint hier weniger die Frage zu sein. ‚Antiquiert‘ ist eigentlich gar nicht das rechte Wort, das mir bei solcher problemfernen Medial-Bukolik einfällt. Ich habe nur gerade kein besseres zu Hand …

Anderes Hütchen

Maaßen wehrte sich auch gegen den Vorwurf, dass der Verfassungsschutz angeblich die „Schnüffelsoftware“ XKeyscore des US-Dienstes NSA einsetze. „Das IT-Tool ist keine Spähsoftware, sondern ein Analyseprogramm“, sagte er in dem Interview.‘

Da schließen wir doch messerscharf: Benutzen tun sie’s folglich. Es kommt eben nur darauf an, wie man das Kind richtig tauft …

Göbeleien

Oha, dieser offene Brief deutscher Schriftsteller holt selbst bei der FAZ den Göbelpöbel aus seinen Löchern, obwohl es dort im Forum doch – verglichen mit der ‚Welt‘ – zu normalen Zeiten halbwegs gesittet zugeht. Was mir wiederum zeigt, dass offenbar auch bei gestandenen Konservativen die Nerven blank liegen – und Intellektuelle doch noch etwas bewirken können, und sei’s nur den Herzinfarkt bei der einen oder anderen Knallcharge:

„Das hat uns nicht Merkel angehängt, sondern nach Brandt auch Schmidt und Schröder. Wer hat uns also verraten? Sozialdemokraten!“

„Dieses affektierte Aufregen ist doch bloß wieder eine inzinierte Kampagne, weil man als Opposition mit der Realität nicht argumentieren kann. Die sieht nämlich ganz übel aus bei Rotgrün.“

„Rot-Rot-Grünes Geschmiere. Wahlkampf. Diese Damen- und Herrschaften plädieren, wenn an der Macht, für die Abschaffung jeder Privatheit. Das haben sie so an sich, die Staatsgläubigen. Sie wollen den Staat nicht abschaffen, sondern nur selbst an die Tröge.“

Kurzum – Festival der Invektiven, und immer noch hat der ‚Vaterlandsverräter‘ Willi Brandt schuld, wenn deren Klopapier alle ist. Nach Kultur klingt’s jedenfalls nicht gerade. Ich frage mich, wo’s solche haltlosen Weisheiten eigentlich zu kaufen gibt. Bei Tengelmann am Grabbeltisch? Solche Figuren haben Kompassfinger, die zeigen unbeirrbar Richtung Rotgrün: Wieso Pofalla? Der Trittin war’s doch!

Pessimistisches Selbstlob

Als Unke recht zu haben, ist sicherlich nicht das Erstrebenswerteste im Leben. Trotzdem habe ich inhaltlich von meinem Buch bis heute nichts zurückzunehmen. Obwohl einige der verarbeiteten Texte darin auch schon zehn Jahre auf dem Buckel haben, was viel ist in immer turbulenteren Medienzeiten. Vielleicht sollte ich mich als Prophet versuchen – besonders nach diesem jüngsten Verkauf von Schrott-Immobilien durch die Springer AG an renditebetriebene Auswaider aus Westfalen. Ich wünschte wirklich, alles wäre anders – und es gäbe noch einen flächendeckenden guten Journalismus. Da aber seien unsere Verleger davor: Sie machen es nämlich selbst, dass ihnen der Leser gram wird …

Nostalgie

Die Funktion einer Zeitung besteht in einer Demokratie darin, den herrschenden Quacksalbern eine Art Daueropposition zu bieten. Sobald sie versucht, deren Gejohle noch zu übertreffen, büßt sie ihren Charakter ein und macht sich lächerlich.“ H. L. Mencken, Werke II, 215

Marschall Vorwärts

Wenn der BND-Chef in der Sitzung das Gegenteil der Berichterstattung behaupten sollte, „dann glaube ich dem Beamten und nicht den Pseudo-Enthüllungen irgendeines Magazins“, sagte Uhl. Es habe auch schließlich schon mal die Hitler-Tagebücher gegeben.“

Genau – alles Journalistenpack! Während bekanntlich die CDU in Hessen bspw. vor Jahren schon ‚brutalstmögliche Aufklärung‘ in Sachen Steuerhinterziehungäh, ‚jüdischer Vermächtnisse‘ betrieb. ‚CDU: Heute 100 % ehrlich, vormals 98 % …‘. Ach so, der Schindler wäre in der FDP? Nun, da sind sie ja noch ehrlicher …

Was ich an unserer Journalistenzunft nicht verstehe: Täglich gibt’s für sie kübelweise Verachtung von dieser Regierung – sie aber sind merkeltreu wie ein preußischer Ulan …

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