Stilstand

If your memory serves you well ...

Monat: November 2011

In eigener Sache:

Auf Grund eines Krankenhausaufenthalts wird’s in diesem Blog eine Zeitlang ruhiger zugehen.

Walsroder Cross-Posting

Weil’s mir sonst die Galle hochgetrieben hätte, habe ich diesen Artikel aus meiner ‚Sargnagelschmiede‘ hier noch mal verhackstückt, auch deshalb, weil die örtliche Presse ihre Funktion auf Wunsch der Anzeigenabteilung in irgendeiner Grabbelkiste verlegt zu haben scheint:

In Walsrode, jenem unbekannten Heideort, wo ein unbekannter WK-I-Soldat als Hermann-Löns-Plagiat in jedem Jahr unter seinem Findling devotes Gelalle durch selbstgewisse Lodenträger unbekannter Provenienz ertragen muss, einen Sermon, für dessen dürftigen Inhalt sich ein Germanist im ersten Semester schämen müsste, dort darf ein Geschäftsmann nicht als jener mehr oder minder anonyme Rockerboss gelten, deren Schatzmeister er doch ist. Und deshalb war auch gestern die ‚taz‘ in Walsrode komplett ausverkauft, wegen dieses Artikels, während in der ‚Walsroder Zeitung‘, wo man mit dem örtlichen Geschäftsleben besonders eng verbandelt ist, nur allgemeines Geschwafel zum Thema stand: Unbekannte hätten aus unbekannten Gründen eine unbekannte Mülltonne angezündet, und wären dem unbekannten Reporter dann unbekannterweise entkommen …

Das bisschen Haushalt …

Früher habe ich mich auf die neueste Mad-Ausgabe gefreut, heute ist’s der ‚Schwarze Kanal‘, der medientechnisch endlich in ‚Neues aus der Anstalt‘ integriert werden müsste. In dieser Woche befasst sich unser Jan mit Bügeln und Kinderschreien, obwohl er, das möchte ich wetten, mit seinen schwarzen Tippfingern noch nie im Leben ein Stück der so genannten ‚weißen Ware‘ befleckt haben dürfte – aber mit dem Ehegespons rummeckern, wenn die Miele mal wieder kaputt ist! Das übliche tetzlaffsche Patriarchen-Muster also, wo der Blinde von der Schönheit der Farbe an der abblätternden Wand redet. Heute wäre alles doch für die nörgelnden Tanja-Anjas ganz easy geworden:

„Die Zahl der Kinder in deutschen Familien sinkt beständig und damit auch der Betreuungsaufwand. Selbst ein Hartz-IV-Haushalt verfügt heute über eine Phalanx technischer Geräte zur Erledigung der Hausarbeit, von der man noch eine Generation zuvor nur träumen konnte.“

Ich weiß ja, ehrlich gesagt, auch keine Lösung, wohin mit all dem technischen Gerät in diesen Hartz-IV-Haushalten, wenn die Kinder erst aus dem Haus sind, aber für den Dschang wüsste ich einen gesellschaftlich sinvolleren Job als ausgerechnet Spiegel-Kolumnist: Er könnte ja als Löcher-Reinpiekser bei ‚Billy Boy‘ und ‚Londoner Gefühlsecht‘ anfangen, einen Mindestlohn würde er nach neuesten CDU-Vorschlägen dort auch erhalten …

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